Dichtungsstandzeiten verlängern

Optimiertes Gummi-/Metallteil (Bild: Berger S2B GmbH)

05.03.2021 Dichtungsstandzeiten verlängern

Ansätze, Konzepte und Beispiele aus verschiedenen Branchen

von Simon Treiber (Berger S2B GmbH)

In den letzten Jahren stiegen alle Anforderungen an Dichtungen – auch die nach verlängerten Standzeiten. Und diese Entwicklung geht weiter.

Auffallend ist, dass dies nicht an bestimmten Branchen oder Anforderungen festgemacht werden kann. Ursächlich ist unseres Erachtens das generelle Streben nach kontinuierlicher Verbesserung. Aus welchem Grund soll ein Anlagenbetreiber mit einer bestehenden Laufzeit seiner Anlage zufrieden sein? Materialentwicklungen, aber auch bessere Erkenntnisse über Einflussfaktoren, geben immer wieder Spielraum für höhere Leistungen und damit für eine längere Haltbarkeit.

Auch bei Trendthemen, wie dem Thermo­management oder dem der Brennstoffzellenantriebe, werden höchste Forderungen gestellt. Hier begibt sich die Entwicklung oftmals auf Entdeckungsreise, denn es fehlen zumeist die Kenntnisse über die Interaktionen im System. Dies macht auch die Simulation und Berechnung sehr schwierig. Folglich sind umfangreiche Versuche mit diversen Lösungsansätzen unabdingbar. Grundlage unseres Vorgehens ist eine gründliche Analyse der Ist-Situation und der Einflussparameter. In den nächsten Schritten hinterfragen wir die Werkstoffwahl und überlegen uns die dafür geeigneten Fertigungsverfahren. Zumeist können wir so die wirtschaftlich und technisch beste Lösung erarbeiten. Ein Beispiel ist ein Gummi-Metallteil in Verbindung mit einem nicht definierten Elastomer, das im Rennsport eingesetzt wurde. Diese Kombination hatte aber viel zu geringe Standzeiten und war insofern nicht geeignet. Das Ergebnis unserer Analyse, war eine neue Mischung aus NK/SBR, die unter Berücksichtigung von diversen Faktoren wie, z.B. Zugfestigkeit, Abrieb, Dehnungskoeffizent, getestet wurde, jetzt zum Einsatz kommt und die geforderten Standzeiten erbringt.

Simon Treiber, Geschäftsführer, Berger S2B GmbH
„Die ganzheitliche Analyse aller Rahmenbedingungen und Einflussfaktoren ist die Basis für längere Dichtungsstandzeiten – technische Hilfsmittel wie Simulationen setzen darauf auf.“ Simon Treiber, Geschäftsführer, Berger S2B GmbH