Gestern, heute, morgen

10 Jahre DICHT!

28.11.2016 Gestern, heute, morgen

Rück- und Ausblicke auf den Bereich DICHTEN KLEBEN POLYMER

von Dipl.-Ing. Bernhard Richter (O-Ring Prüflabor Richter GmbH)

In den zehn Jahren, seit es die DICHT! jetzt gibt, hat sich im Bereich DICHTEN, KLEBEN, POLYMER einiges getan – ein Überblick aus den einzelnen Teilbereichen.

Der Fortschritt der Technik hat auch zu einer Weiterentwicklung der Mess- und Prüftechnik geführt. Das, was z.B. vor über zehn Jahren in der berührungsfreien Messtechnik etwas Besonderes war, ist zwischenzeitlich zum relativ preiswerten Standard bei den Messmaschinen geworden. Und wer heute etwas mehr will oder braucht, bekommt hier deutlich fortgeschrittenere Technik angeboten wie etwa bei der vollautomatischen Vermessung von Formteilen ohne viel Programmieraufwand. Ein anderes Beispiel ist die Lichtmikroskopie, bei der es heute möglich ist, Bauteile auch mit starker Vergrößerung (> 1.000fach) mit einer faszinierenden Tiefenschärfe darzustellen – und das in einer sehr kurzen Zeit. Bei der Härteprüfung ist die lasergeführte Steuerung der Messtische eingeführt worden, was den Wert bzw. die Belastbarkeit von Härtemessungen erhöht hat. Selbstverständlich ist heute, dass Messgeräte netzwerkfähig sind, sodass es sehr einfach ist, die Ergebnisse allen betroffenen Abteilungen verfügbar zu machen. Eine weitere Verbesserung findet sich in der leichteren  Kalibrierfähigkeit von Messgeräten und der Dokumentation der durchgeführten Kalibrierung. Das ist besonders beim Einsatz von analytischen Prüfgeräten wichtig, bei denen die Plausibilität der Messergebnisse nicht mehr so einfach überprüft werden kann.

Diese technischen Entwicklungen waren wichtig, denn durch den Zwang in der Industrie zur kontinuierlichen Erhöhung der Produktivität steigen auch die Anforderungen an die Mess- und Prüftechnik. Je anspruchsvoller diese wird, um so mehr wird sich die Tätigkeit aber auch immer mehr hin zu speziellen Dienstleistern verlagern. Nur wenn die Ergebnisse auch wirklich belastbar sind, werden diese auch von Lieferanten und Kunden anerkannt. Belastbare Prüfergebnisse setzen zunächst einmal eine ausreichende Praxis in der Durchführung der betreffenden Prüfungen voraus und darüber hinaus eine angemessene „Qualitätskultur“, was in der Regel über eine Akkreditierung abgesichert wird. Damit wird sich der Trend fortsetzen, dass noch mehr Know-how aus den Firmen ausgelagert, aber gleichzeitig für viele verfügbar sein wird.

Bernhard Richter, Laborleiter/Managing Director, O-Ring Prüflabor Richter GmbH
„Insgesamt sind die Einstiegspreise in die Welt der analytischen Prüfungen eher geringer geworden, was zu einer stärkeren Verbreitung geführt hat.“ Bernhard Richter, Laborleiter/Managing Director, O-Ring Prüflabor Richter GmbH