Der richtige Werkstoff  für eine Dichtung

Prüfung von kundenspezifischen Dichtungslösungen im Labor (Bild: Klinger GmbH)

16.09.2019 Der richtige Werkstoff für eine Dichtung

Trends und Entwicklungen im Überblick

von Norbert Weimer (Klinger GmbH)

Die Antwort auf diese Frage ist angesichts der Vielzahl von Rohstoffen, Compounds und anwendungsspezifischen Rahmenbedingungen nicht einfach zu beantworten und erfordert viel Know-how auf verschiedenen Ebenen. Experten geben Impulse, worauf zu achten ist und wohin die Reise geht. 

Der Markt für Flachdichtungen im industriellen Einsatz ist eher ein konservativer Markt, denn die Masse der Anwendungen ist technologischen „Hypes“ nicht so sehr unterworfen. Wasser kocht bei 100 °C (bei Normaldruck) und bei 250 °C liegt der Sattdampfdruck bei ca. 40 bar – das war bisher so und das wird auch in Zukunft so sein. Und die verschiedensten anderen Medien, die wir im Laufe der letzten Jahrzehnte mit unseren Dichtungsmaterialien abgedichtet haben, haben ihre chemischen und physikalischen Eigenschaften nicht verändert. Warum sollten also neue Dichtungsmaterialien entwickelt werden? Die Antwort liegt in den veränderten Rahmenbedingungen, denen die verschiedensten Anwendungen ausgesetzt sind. Ein leichter Ölschimmer, der vor 20 bis 30 Jahren noch unter der Maschine toleriert wurde (ist ja auch Öl drin) geht heute überhaupt nicht mehr. Und das ist auch richtig. Rahmenbedingungen sind aber auch die Ansprüche der Kunden, maßgeschneiderte Dichtungen – speziell für ihre Serienprodukte – zu erhalten. Technisch könnte man von einer Optimierung der Dichtung sprechen. Hier sind wir in der Lage, bei den verschiedensten Produkttechnologien (Faserdichtungen, PTFE-Dichtungen und Graphitdichtungen) mit unterschiedlichsten Anpassungseigenschaften, Stabilitäten, Dicken, Toleranzen und Beschichtungen passgenaue Lösungen zu bieten. Besonders vielfältig sind die Varianten von Verbundplatten aus expandiertem Graphit: Mit Einlagen und Auflagen aus Steckmetall, Glattblech, Glasfaser, PET, Aluminium, Nickel, Monel, Inconel und Hastelloy können wir gezielt Lösungen für den jeweiligen Anwendungsfall optimieren. Diese entstehen in unseren leistungsfähigen Laboren. 

Eine andere Art der Optimierung kann aber auch die Reduzierung auf wenige oder nur ein Dichtungsmaterial/ien sein, um im Alltag die Verwechselungssicherheit und damit den sicheren Betrieb der Anlage zu gewährleisten. Für die Zukunft wird es interessant, wie sich verschiedene Eigenschaften unserer Produkte kombinieren lassen können.

Norbert Weimer, Geschäftsführung, KLINGER GmbH
„Veränderte Rahmen­bedingungen erfordern bei Flachdichtungen immer wieder Optimierungen und neue Materialkombina­tionen.“ Norbert Weimer, Geschäftsführung, KLINGER GmbH