Konstruieren mit Fluorpolymeren

(Bild: FluorTex GmbH)

Konstruieren mit Fluorpolymeren

Potenziale. Bauteilauslegung. Praxiserfahrungen.

Wenn Temperatur- und Chemikalienbeständigkeit gefordert sind, haben Fluorpolymere deutliche Vorteile gegenüber anderen Werkstoffen. Wie man die besonderen Eigenschaften für Dichtungen und Formteile dieser Werkstoffklasse nutzen kann, erfahren Sie in diesem Seminar.

Veranstatungsnummer: WEV 02
Ihr Kontakt: Sandra Kiefer

Kontext

Bei vielen Dichtungsanwendungen kommen klassische Werkstoffe an ihre Grenzen und Hochleistungswerkstoffe werden immer interessanter. Werden hohe Temperaturbeständigkeit und ausgezeichnete Beständigkeit gegenüber Chemikalien benötigt, sind Fluorpolymere mit den Untergruppen PTFE, Fluorthermoplaste und Fluorelastomere eine Option für Konstrukteure.

Mit einem Einsatzbereich von -200 °C bis +260 °C deckt PTFE einen weiteren Temperaturbereich ab als alle anderen polymeren Werkstoffe. Als teilkristalline Polymere weisen PTFE und die Fluorthermoplaste viskoelastische Eigenschaften auf, die insbesondere bei anspruchsvollen Anwendungen umfangreiche Werkstoffkenntnisse des Konstrukteurs voraussetzen.

Fluorelastomere spielen ihre Eigenschaften als „Gummi“ insbesondere bei hohen Temperaturen in aggressiver Umgebung, weniger hingegen bei tiefen Temperaturen aus. Durch Füllstoffe lassen sich die Basiseigenschaften der Fluorpolymere noch wesentlich erweitern, insbesondere dann, wenn ausgezeichnete tribologische Eigenschaften oder der Widerstand gegen hohe Flächenpressungen zusätzlich gefordert sind. Dies ist insbesondere bei Anwendung als statische oder dynamisch Dichtung der Fall.

Inhalte

  • Materialwissen
    • Charakteristische Eigenschaften der Fluorpolymerproduktgruppen in Abgrenzung zu klassischen Werkstoffen
      • PTFE und modifiziertes PTFE
      • Fluorthermopaste
      • Fluorelastomere
    • Das Verhalten elastischer und viskoelastischer Werkstoffe unter Beanspruchung und was dabei konstruktiv zu berücksichtigen ist
    • Tribologische Eigenschaften von Fluorpolymeren und Bedeutung für Füllstoffauswahl und Füllstoffkombinationen (inkl. Anwendungsempfehlungen)
    • Permeation
      • Ursachen und Möglichkeiten der Minimierung
      • Konstruieren unter Einbeziehung von Permeation
  • Dichtungsauslegung und das Bauteildesigns
    • Besonderheiten bei:
      • statischen Dichtungen und Formteilen
      • dynamischen Dichtsystemen
  • Fertigungsgerechte Konstruktion an ausgewählten Anwendungsbeispielen
  • Schadensanalyse –  Möglichkeiten der Schadensvermeidung
  • Kostenaspekte – Kosten-Nutzenbetrachtung für den Einsatz der Werkstoffe

Ihr Nutzen

Mit dem Wissen dieses Seminars können Sie die Vorteile und Grenzen dieser Werkstoffklasse für ihre Entwicklungen einschätzen und mit dem Werkstoff konstruieren. Sie erhalten über die gesamte Wertschöpfungskette von der Konstruktion/Bauteilentwicklung bis zur Schadensanalyse wertvolle Praxistipps und Kosten-Nutzenargumente für den Einsatz von Fluorpolymeren.

Referent Dr. Michael Schlipf

Dr. Michael Schlipf

Dr. Michael Schlipf

Vita von Dr. Michael Schlipf

Bereits seit 1985 in der Welt der Fluorpolymere unterwegs. Während seiner Arbeit in den Bereichen Forschung, Anwendungsentwicklung und Marketing eines namhaften Fluorpolymerherstellers sammelte Dr. Schlipf umfangreiche Erfahrungen bei der Herstellung und Verarbeitung von Fluorpolymeren, sowie deren Einsatz in den unterschiedlichsten Märkten auf dem nationalen und internationalen Fluorpolymerparkett. Neue Lösungen zu finden für den schweren Korrosionsschutz in der chemischen Industrie, den Reinstanforderungen von Halbleiter- und Lebensmittelindustrie bis hin zu den Großserien-Verarbeitungsprozessen der Automobilindustrie stellten für Ihn anschließend als F&E-Leiter kontinuierliche Herausforderungen dar.
2012 gründete er sein eigenes Unternehmen im Bereich Fluorpolymer-Engineering mit den Schwerpunkten Produktneuentwicklung, Reklamationsbeurteilung, Projektmanagement und Aus-/Weiterbildung. Er ist darüber hinaus Gastdozent an der Hochschule Aalen und unterrichtet zu verschiedenen Themenbereichen in „Kunststoffen im Maschinen- und Leichtbaubau“. Seit Gründung der Fluoropolymergroup des pro-K ist er deren Vorsitzender und damit Mitglied des GKV-Vorstandes.

Weitere Impulse in diesem Kontext

Mehr über Werkstoffe

(Bild: ISGATEC GmbH)

Mehr über Werkstoffe

Der Werkstoffkompass vermittelt ein gutes Basiswissen, das bei der dynamischen Entwicklung von Werkstoffthemen unerlässlich ist. Der jeweilige Werkstoff wird beleuchtet unter folgenden Kriterien. Vernetzungssysteme, Misc…

mehr erfahren
Schadensmechanismen einfach erkennen

(Bild: O-Ring Prüflabor Richter GmbH)

Schadensmechanismen einfach erkennen

Dichtungen werden aus den verschiedensten Gründen in der Praxis geschädigt. Neben dem Erkennen der Schadensursache werden dann mögliche Abhilfemaßnahmen wichtig – für die Instandhaltung, aber auch bereits bei der Erstau…

mehr erfahren

Elektronik intelligent vor Wärme schützen

Fluorpolymere sind Werkstoffe mit vielen Perspektiven in den unterschiedlichsten Anwendungbereichen. Funktionsintegrationen erweitern diese nochmals, wie das Beispiel der thermischen Leitfähigkeit in Kombination mit elek…

mehr

Wirtschaftlichkeit und Sicherheit erhöhen

Die Integration verschiedener Funktionen in Bauteile oder Baugruppen ist eine der wichtigsten Maßnahmen für hohe Zuverlässigkeit in der Anwendung sowie Wirtschaftlichkeit in der Problemlösung. Mit jeder integrierten Funk…

mehr

Funktionsintegration in Fluorpolymeren

Fluorpolymere eignen sich aufgrund ihres einzigartigen Eigenschaftsspektrums für Anwendungen mit besonderen Anforderungen. Hierzu zählen hochbelastete Dichtungen in der Ölförderung oder im Bereich der Verbrennungsoptimie…

mehr