Aktuelles / Entwicklungen - Statische Dichtungen / Formteile / Profile

18.06.2020
Dichtungslösung für neues hygienisches Hochdruckventil

Mit einem neuen Einsitzventil hat der italienische Ventilhersteller Bardiani Valvole das bislang einzige nach 3-A® Sanitary Standards zertifizierte Hochdruckventil für Hygiene-Anwendungen auf den Markt gebracht. Die  Dichtungstechnik wurde von Freudenberg Sealing Technologies entwickelt.

Ventile sind unverzichtbare Komponenten in den hygienisch sensiblen Anlagen der Lebensmittel-, Getränke- und Pharmaindustrie. Bislang standen für produktberührende Anwendungen der Lebensmittelindustrie keine nach 
3-A® Sanitary Standards konformen Hochdruckventile zur Verfügung. Die Zertifizierung dieser weltweit akzeptierten Hygiene-Standards umfasst sowohl das Design als auch die Herstellung von Komponenten, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen. Auch die für die neue Ventilkonstruktion notwendigen Dichtungen müssen daher den Hygiene- und Design-Vorgaben entsprechen. Aus diesem Grund war es notwendig, eine neue standardkonforme Haupt-Stangendichtung zu entwickeln, die für Hochdruckanwendungen bis 150 bar geeignet ist. Mit diesen Anforderungen trat Bardiani Valvole an Freudenberg Sealing Technologies heran. Zusätzlich sollte die neue Dichtungslösung auch in der Vorgängergeneration des Hochdruckventils einsetzbar sein.

Das Ergebnis der gemeinsamen Entwicklungsarbeit ist eine Dichtung bestehend aus einer Dichtlippe aus EPDM 302 oder Fluoroprene® XP 43 in Kombination mit einem Stützring aus PTFE. Inspirieren ließen sich die Entwickler dabei vom Design einer bewährten Schaftdichtung und eines O-Rings mit Stützring. Es entstand daraus eine Kombination dieser beiden Elemente. Um den Entwicklungsprozess so schnell und so wirtschaftlich wie möglich zu gestalten, ließ das Entwicklerteam zunächst werkzeugfrei hergestellte Prototypen anfertigen. Die Validierung der Dichtungen erfolgte anhand dieser Muster. Möglich macht dies der Freudenberg Xpress® Service. Er bietet gedrehte Dichtungen aus Originalwerkstoffen und Originalprofilen für Prototypen, Ersatzteile oder wirtschaftliche Kleinserien. Durch die werkzeugfreie Herstellung entstehen für den Kunden  Kosten- und Zeitvorteile. Besondere Dreh- und Frästechniken ermöglichen es, individuelle Designs exakt zu realisieren. Auch die maßgeschneiderte Dichtungslösung für das neue Hochdruckventil konnte so in  kurzer Zeit ökonomisch hergestellt werden. 

Die nach Hygienic Design Vorgaben totraumfreie Konstruktion der Dichtung verhindert, dass sich Rückstände von Prozess- und Reinigungsmedien absetzen. Damit entspricht das Dichtungsdesign allen relevanten Vorgaben für Anwendungen in der Getränke- und Lebensmittelindustrie sowie der pharmazeutischen Industrie. Beide verwendeten Werkstoffe zeichnen sich durch eine sehr gute thermische Beständigkeit und ausgezeichnete mechanische Eigenschaften aus. Zudem erfüllen sie die strengen Anforderungen für den Einsatz in CIP-/SIP-Prozessen (Cleaning In Place/Sterilization In Place).

Fluoroprene® XP ist ein hochfluorierter Werkstoff der speziell für extreme Anwendungen in der Lebensmittel- und Pharmaindustrie entwickelt wurde. Er eignet sich für alle Anwendungen mit Desinfektions- und Reinigungsmitteln, Dampfsterilisationen, hohen Temperaturen (bis +200 °C), hohen Konzentrationen von Fetten und Aromen sowie Speiseölen. Die Kombination einer elastischen Dichtlippe mit einem PTFE-Stützring macht die Lösung extrem druckbeständig. Alle verwendeten Dichtungsmaterialien sind konform zur EU (VO) 1935/2004, FDA, USP Chapter 87 und 88 und 3-A® Sanitary Standards. Das Resultat der Kombination aus neuer Dichtungsgeometrie und bewährten Werkstoffen ist eine kundenspezifische Dichtungslösung, die auf Basis der Kundenanforderungen innerhalb eines sehr kurzen Entwicklungsprozesses ohne Werkzeugkosten entstand.

(Bild: Bardiani Valvole Spa)
(Bild: Bardiani Valvole Spa)
09.06.2020
Modulare Kunststoffdichtung

Das neue Dichtungskonzept von Freudenberg Sealing Technologies kombiniert  einen klassischen Radialwellen-Dichtring mit einem Kunststoffträger. Dadurch ist eine langzeitstabile Abdichtung künftig – verglichen mit einem Metallträger – deutlich günstiger herzustellen und einfacher zu montieren.

Einen Kuchenteig kneten, eine Suppe pürieren oder einen Smoothie mixen: Die meisten Menschen nutzen dafür ein elektrisches Küchengerät. Die Lebenserwartung des Geräts  hängt wesentlich davon ab, wie gut die Dichtung am Austrittspunkt der Antriebswelle das Innenleben vor dem Eindringen von Lebensmittelresten oder Spülwasser schützt. Dichtungen aus hochwertigen Elastomeren oder dem Polymer Polytetrafluorethylen (PTFE) vereinen geringen Verschleiß mit sehr guter Langzeitstabilität gegen Leckage. Um eine solche Dichtung über einen langen Zeitraum in Form zu halten, war bislang ein Träger aus Metall die optimale Lösung. Freudenberg Sealing Technologies ist es nun gelungen, ein modulares Dichtungskonzept mit einem Kunststoffträger zu entwickeln, der die spezifischen Anforderungen an die Langzeitstabilität ebenso gut erfüllt wie ein Metallträger. Es hat drei wesentliche Vorteile, das Metall durch Kunststoff zu ersetzen: Erstens fallen die Kosten geringer aus, ein wichtiger Faktor in dem sehr preissensiblen Markt für Küchen-Kleingeräte. Zweitens erlaubt das modulare Konzept von Freudenberg die Integration weiterer Komponenten, etwa zur Wellenlagerung. Und drittens besteht das Gehäuse eines Elektro-Kleingeräts i.d.R. ebenfalls aus Kunststoff, was die Befestigung des Dichtungsträgers vereinfacht.

Die Grundidee der Ingenieure ist simpel: Sie entkoppeln konstruktiv den aus einem inneren und einem äußeren Ring bestehenden Kunststoffträger vom Dichtring. Der Träger – ein Spritzgussteil – lässt sich exakt auf die Einbausituation im Gerät abstimmen. Damit muss keine Rücksicht mehr auf die Rotationssymmetrie genommen werden. Der Träger kann aus dem gleichen Kunststoff bestehen, der auch für das Gehäuse Verwendung findet, sodass es bei Wärmeeintrag nicht zu unterschiedlicher Ausdehnung der Bauteile kommen kann. Der Dichtring wiederum kann je nach Anforderungsprofil aus dem erprobten Freudenberg-Portfolio ausgewählt werden. Zur Auswahl stehen Ringdichtungen aus Elastomer mit und ohne Profil, PTFE oder Vliesstoffen, jeweils aus unterschiedlichen Materialmischungen. Das Einlegen der Dichtung in den Außenring erfolgt automatisiert. Der Träger kann auf Wunsch auch weitere Komponenten wie Gleit- oder Kugellager aufnehmen, die ebenfalls automatisiert montiert werden. Anschließend wird der Innenring entweder eingeclipst, sodass eine formschlüssige Verbindung entsteht, oder die beiden Ringe werden per Ultraschallschweißen dauerfest verbunden. Für die Zukunft arbeitet man an einer weiteren Lösung, bei der der Dichtring direkt mit einem Thermoplast umspritzt wird.  

In ausführlichen Versuchsreihen konnte  man nachweisen, dass der Kunststoffeinsatz in dem für Elektro-Kleingeräte ausreichenden Temperaturbereich von -25 bis +90 °C keinerlei Nachteile hinsichtlich der Langzeitstabilität aufweist. Die modularen Kunststoffdichtungen eignen sich nicht nur für Küchengeräte, sondern auch für viele andere elektrische Helferlein, über die ein moderner Haushalt verfügt: z.B. für einen Akkuschrauber oder eine Drohne, in der jedes Gramm eingespartes Gewicht zählt. Auch die Radwellen eines Mähroboters lassen sich mit der Kunststoffdichtung sicher gegen Feuchtigkeit und Graspartikel abdichten. Ein namhafter Hersteller nutzt seit Januar 2020 die Dichtungen im Serieneinsatz mit einer Stückzahl von rund einer halben Million pro Jahr. Bei akkubetriebenen Geräten können aufgrund des modularen Konzepts besonders reibungsarme Dichtringe eingesetzt werden, die den Energiebedarf verringern und damit die Betriebsdauer des Akkus verlängern.

(Bild: Freudenberg Sealing Technologies)
(Bild: Freudenberg Sealing Technologies)
03.06.2020
Farbige Funktionsbeschichtungen für Kleinteile nach FDA-Richtlinien

Funktionsbeschichtungen für Kleinteile in FDA-Anwendungen können nun auch eingefärbt werden. Der Dienstleister APO GmbH Massenkleinteilbeschichtung ergänzt seine entsprechenden Gleitlacke für den Pharma-, Lebensmittel- oder Trinkwasserbereich mit FDA-konformen Farben.

Mit den neuen FDA-konformen Farben rundet die APO GmbH Massenkleinteilbeschichtung ihr Angebot an Beschichtungen für Lebensmittel-, Trinkwasser- und Pharmaanwendungen ab. Damit ist man in der Lage, den Kunden  neben Montageerleichterung und Reibungsreduzierung gleichzeitig die farbige Kennzeichnung der Komponenten anzubieten. Gängige FDA-konforme Funktionsbeschichtungen sind transparent und dürfen i.d.R. auch nicht den ansonsten üblichen UV-Indikator beinhalten. Als Basis der Farbbeschichtungen dienen die beiden ursprünglich transparenten FDA-konformen Gleitlacke APO-W5 und APO-W6. Sie sorgen für optimierte Reibeigenschaften der Bauteile und vereinfachen damit deren Montage und den dynamischen Einsatz. Die Funktionsbeschichtungen sind gemäß (EC) 1935/2004 und weiterer Verordnungen, z.B. DVGW W 270 und NSF-H1, für Lebensmittel-, Trinkwasser- oder pharmazeutische Anwendungen geeignet. Kombiniert mit den FDA-Farbpigmenten ermöglichen sie nun zusätzlich die Kennzeichnung von Polymer- oder Metallkomponenten in Anwendungen, für die eine FDA-Konformität erforderlich ist. Anwender können zwischen den Farben Weiß, Blau, Rot und Gelb wählen, um individuell die verschiedenen Komponenten zu markieren. Alle Farbtöne sind konform mit der FDA 21 CFR §178.3297, §178.3790 und §175.300.

Die farbigen Beschichtungen werden in Batchprozessen auf die Oberflächen der Bauteile gesprüht und bilden dabei rundum einen hauchdünnen und dennoch leistungsfähigen Film. Nach dem Vernetzen ist die Schicht trocken und elastisch und bildet eine permanente Trockenschmierung auf den Bauteiloberflächen. Die Teile können mit geringem Kraftaufwand montiert werden und lassen sich, unabhängig von ihrer Einbaurichtung, durch die Farbschicht von allen Seiten detektieren. Die Auswahl zwischen den beiden Basislacken erlaubt es, sowohl Thermoplaste und Elastomere als auch Metalle farbig zu beschichten. Somit können alle Komponenten einer Anwendung, unabhängig von ihrer Beschaffenheit, mit derselben Farbe gekennzeichnet und für eine leichte Montage optimiert werden. Damit werden einfache C-Teile, wie z.B. Dichtungen oder Federn, noch leistungsfähiger.

(Bild: APO GmbH Massenkleinteilbeschichtung)
(Bild: APO GmbH Massenkleinteilbeschichtung)
12.05.2020
Reinraumqualität

Mit drei neuen Entstaubungsgerä­ten, die Staub, Feinstaub, Keime und Bakterien aus der Umgebungsluft filtern, hat OVE Plasmatec die Luftqualität in den Produktionsräumen verbessert.

Das Unternehmen reagiert damit auf die zunehmende Bedeutung der Techni­schen Sauberkeit in der Industrie. Und in Zeiten von Corona gewinnt ein zusätzlicher Aspekt an Bedeutung. Drei mobile Umluftgeräte Ecomax 30 von Aeropur filtern im Umluftbetrieb Staub, Feinstaub, Keime und Bakterien aus der Umgebungsluft und schaffen Reinraumqualität der ISO Klasse 8. Mit einer Filterleistung von jeweils 3.500 m3 Luft pro Stunde verbessern sie die Umgebungsluft in den Produktionsräumen.Die Geräte stehen in der Warenannahme, in der Reinigungsabtei­lung und im Beschichtungszentrum. Im Beschichtungszentrum hat OVE die Reinraumklassifizierung bereits nach zwei Wochen erreicht und seither gehalten. Und auch die Mitarbeiter spüren den Effekt der besseren Luft und sind begeistert. Hinzu kommt eine große Erleichterung, denn in Zei­ten der Corona-Pandemie sind alle beruhigt, dass die Entstaubungs­geräte auch Viren und Bakterien aus der Luft filtern können. Dabei verursachen die Geräte keine zusätzliche Lärmbelastung, sondern laufen extrem leise und energieeffizient.

 (Bild: OVE Plasmatec GmbH)
(Bild: OVE Plasmatec GmbH)
12.05.2020
Isolierdichtungen für die Rohrleitungs- und Flansch-Instandhaltung

Für Rohrleitungen/Flanschverbindungen, die in die Jahre gekommen sind und für die Standard-Isolierdichtungen nicht eingesetzt werden können, bietet die GfD Paulmann GmbH auf die Anforderungen zugeschnittene Isolierdichtsysteme.

Das Angebot umfasst – neben der Beratung und Projektierung vor allem zum Thema kathodischer Korrosionsschutz - Produkte wie Isolierdichtungen, IsolierSets (Isolierdichtung, -schrauben, -unterlegscheiben),Isolierflansche komplett, montagefertig, Isolierschrauben/-bolzen, Isolierunterlegscheiben. Einsatzbereiche sind der Trink-/Brauchwasserbereich, die Gasversorgung sowie die petrochemische Industrie. Durch die eingesetzten Materialien kann ein Temperaturbereich von -100 °C bis +280 °C abgedeckt werden, sodass Heißwasser bzw. Dampf/Heißdampf kein Problem für die Dichtungslösungen sind.

21.04.2020
Isolierset für die optimale elektrische Trennung

Mit den Isolierschrauben IsoSchraube200 bzw. den Isolierbolzen IsoGewBolzen300 der GfD Paulmann GmbH stehen Isolierlösungen u.a. für die chemische oder petrochemische Industrie, Trinkwasserbereitstellung, Heißwasser/Dampf-Systeme oder für die Gasversorgung  zur Verfügung.

Verbunden mit der  Arbeitserleichterung für den Monteur wird mit diesem Set die Tätigkeit auf der Baustelle verbessert. Damit steigt die Qualität der Verschraubung. Isolierhülsen über Schrauben ziehen, dann die optimale Einbauposition finden, die 100%ige Ausrichtung der Flansche beachten etc. – das alles gehört mit Isolierschrauben der Vergangenheit an. Das Gewinde der Schrauben bzw. Bolzen aus Stahl-Werkstoffen oder Edelstahl wird abgedreht und es werden verschiedenartige Isolierschichten in einem speziellen Verfahren aufgebracht. Durch die unterschiedlichen Werkstoffe und Vorgehensweisen können die IsoSchraube 200 bzw. der IsoGewBolzen 300 von -100°C bis zu +280°C eingesetzt werden. Der kathodische Korrosionsschutz ist dabei immer gewährleistet. Die Durchschlagsfestigkeit beträgt bis 7kV/mm. Ein Prüfzeugnis nach EN 10204-3.1 A/B liegt vor. Schrauben und Bolzen gibt es in folgenden Materialien und Größen: 25CrMo4, 42CrMo4, V2A, V4A, galvanisch- oder feuerverzinkt, beschichtet, 5.6, 8.8, 10.9, 12.9. Sonderwerkstoffe stehen auf Anfrage zur Verfügung.Ergänzend dazu gibt es verschiedene Isolierunterlegscheiben IsoUsch. Als Gesamtpaket, einschließlich der entsprechenden Dichtung, ist das IsolierSet bereits in den verschiedensten Industriezweigen erprobt.

(Bild: GfD-Paulmann GmbH)
(Bild: GfD-Paulmann GmbH)
08.04.2020
Moderne Beschichtungen im Whitepaper und als Webinar

Das neue Whitepaper und Webinar von Trelleborg Sealing Solutions befasst sich mit Beschichtungen, die Chrom VI in Gegenlaufflächen von Hydraulikanwendungen ersetzen sollen.

Beide Informationsangebote zeigen, warum Tribologie der Schlüssel zur Optimierung der Abdichtungsleistung in jedem Hydrauliksystem ist und welche zentrale Rolle das Lubrication Management bei der Erweiterung von Leistungsgrenzen spielt. Gegenlaufflächen spielen in Hydrauliksystemen eine entscheidende Rolle, um die Effizienz und Lebensdauer dieser Systeme sicherzustellen. In den REACH-Richtlinien wird gefordert, die Verwendung von Chrom VI in der Beschichtung zu beenden,  daher werden alternative Werkstoffe genauer betrachtet. Die Eigenschaften der Oberflächenbeschichtung unterscheiden sich bei anderen Werkstoffen sehr deutlich von Chrom VI und erfordern einen größeren Versuchsaufwand. Wenn man genauer untersucht, wie die Oberflächen von Systemen bei Bewegungen interagieren, können ihre Leistung und Lebensdauer optimiert werden. Dichtungen, Hydraulikflüssigkeiten und Veredelungen müssen gemeinsam betrachtet werden, um die Schmierung und damit die tribologische Umgebung zu bestimmen. Bei Chrom VI wurde ein zweidimensionales Modell der Oberflächenbeschichtung eines Kolbens als für Analysezwecke ausreichend betrachtet. Die Interaktionen im System wurden zudem sorgfältig dokumentiert und verstanden. Bei den neuen Oberflächenbeschichtungen ist jedoch eine detailliertere Betrachtung gefordert. Trelleborg glaubt, dass die traditionelle zweidimensionale Modellentwicklung nicht mehr ausreichend ist. Daher wurde jetzt in Theorie und Praxis mit der Anpassung von zwei- und dreidimensionalen Modellen experimentiert. Beschichtungen werden aufgetragen, um die Reibeigenschaften des Kolbens zu verbessern und minimalen Verschleiß und maximale Leistung zu erreichen. Beschichtungen arbeiten mit Dichtungen zusammen, um eine bessere Funktion zu erreichen. Daher gibt das Unternehmen Empfehlungen für die Rauigkeit von Gegenlaufflächen ab. Hersteller verwenden jetzt eine Reihe verschiedener Beschichtungen. Diese beinhalten HVOF- (High-Velocity Oxygen Fuel) und Laserauftragsschweißen mit Legierungen auf Nickel- oder Kobaltbasis. Zweidimensionale Modelle können immer noch für diese alternativen Beschichtungen verwendet werden, allerdings kommt es durch Unterschiede in der Oberflächentopografie zu erheblichen Änderungen im erzeugten Flüssigkeitsfilm. Aufgrund dieser Unterschiede sind die allgemeinen Definitionen der Rauigkeit nicht mehr so nützlich. Daher betrachtet man die Materialanteilkurve, die reduzierte Spitzenhöhe, die reduzierte Riefentiefe und die Kernregion sowie auch die standardmäßigen zweidimensionalen Variablen, um einen genaueren Überblick über die Oberfläche zu erhalten. Tests haben gezeigt, dass man mit dem Verständnis der dreidimensionalen Topografie einer Dichtfläche die Systemleistung optimieren kann – insbesondere in Kombination mit den Grundsätzen des Schmierungsmanagements. So kann der Verschleiß deutlich reduziert und die Lebensdauer des Systems verlängert werden.

Zum Whitepaper und Webinar

Trelleborg Sealing Solutions, Beschichtung, Whitepaper.
Trelleborg Sealing Solutions, Beschichtung, Whitepaper.
25.03.2020
Profilquerschnitte für verschiedene Branchen

Über Hunderte verschiedener Profilquerschnitte können bei Kremer über eine spezifische fünfstellige Produktnummer angefragt werden.

Profile – für den Fenster- oder Türenbau, eingesetzt in der Automobil- oder Lebensmittelindustrie – gibt es in einer großen Vielfalt, in unzähligen Formen und Abmessungen, für eine Bandbreite an Anwendungsfällen. Um sich einen Überblick zu verschaffen und bei Bedarf gezielt anzufragen, gibt es beim Gummiformteil-Spezialist Kremer aus Wächtersbach die eigens optimierte Profil-Datenbank – einige Hundert Querschnitte sind hier bildlich dargestellt, mit Abmessungen versehen und nach Dichtungsart sortiert. Zudem fertigt Kremer auch nach Maß und Zeichnung, kundenspezifisch auf die Anforderungen abgestimmt. Die Website verfügt außerdem über ein Tool zur Toleranzberechnung: Höchst- und Mindestmaß von Profilen aus Festkautschuk (Vollgummi) oder zelligem Kautschuk (Moosgummi) lassen sich so ermitteln. Nach Angabe des Sollwertes in Millimeter erhält der Kunde die spezifischen Informationen zu Querschnitt und Profillänge nach DIN ISO 3302. 

Kremer GmbH, Profile.
Kremer GmbH, Profile.
25.03.2020
Reibwert reduzieren und Verschleißfestigkeit erhöhen

Der Lack OVE40SL von OVE Plasmatec GmbH reduziert den Reibwert auf Elastomeren und erhöht zugleich die Verschleißfestigkeit. Zudem hält die reibungsreduzierende Wirkung bei dynami­schen Anwendungen viel länger an. 

Die neue leitfähige Beschichtung OVE40SL senkt den Reibwert einer Elastomer-O-Ring-Dichtung gegenüber bisherigen Bestwerten um knapp 18%. Zugleich verbessert sie die Widerstandsfähigkeit. Der Verschleiß reduzierte sich in Versuchen um 25%. Mit einem nach DIN EN62631 (an EPDM-O-Ring 18x2) gemessenen Widerstand von 87,5*103 Ohm bewegen sich die beschichteten Elastomere in Regionen, die bisher nur mit speziellen, mit Kohlenstoff versetzten Elastomer­mischungen erreicht wurden. Weil sich die physikalischen Eigenschaften von Elastomeren jedoch durch Zugabe von Kohlenstoffen stark verändern, ist jedes Compound als Neuentwicklung mit entsprechendem Kosten- und Ressourcenbedarf zu betrachten. Mit OVE40SL können nun die physikalischen Eigenschaften des Bauteils mit den Vorteilen des Kohlenstoffs kombiniert werden. Die neue Beschichtung ist ein wasserbasierter und hitzebeständiger Gleitlack, den OVE mit speziellen Hochleistungsadditiven modifiziert hat. Aufgetragen in einer Schichtstärke von 3 bis 12 µm bildet er eine hochstabile Gitterstruktur, die einen sehr geringen Verschleiß zeigt. Das bestätigten zahlreiche Prüfungen am Ende der zweijährigen Entwicklungszeit. Einen kompletten Werkstoff leitfähig zu machen, lohnt sich nur bei großen Mengen, wenn dahinter auch große Serien stehen. Mit dem modularen System und der leitfähigen Beschichtung OVE40SL ist dies auch bei kleineren Serien wirtschaftlich möglich. Eine erste Charge kommt bereits in der Luftfahrtindustrie zum Einsatz. Ob Dichtungen mit der neuartigen leitfähigen Beschichtung auch im Ex-Bereich eingesetzt werden können, soll in weiteren Versuchen und Messungen geklärt werden. Ebenso peilt OVE Plasmatec die Entwicklung einer leitfähigen Beschichtung mit FDA-Zulassung für den Lebensmittel- und Pharmabereich an.

OVE Plasmatec GmbH, OVE40SL.
OVE Plasmatec GmbH, OVE40SL.
27.02.2020
Quick Deflation für Batteriemodule

Mit  Schnellentlüftungssystemen (Quick Deflation) für Batteriemodule in BEVs und Hybriden treibt KACO den weiteren Ausbau des modularen Entlüfter-Baukastens im eigenen Hause voran.

Die Besonderheit dieser Schnellentlüftungen gegenüber vielen bisher bekannten Systemen ist, dass diese Entlüftung nach dem schnellen Druckabbau wieder dicht verschlossen ist. Verschiedene Verschlussmechanismen (magnetisch und /oder federbelastet) stehen zur Auswahl, um den jeweiligen Kundenwünschen gerecht zu werden. Sollte es in der Traktionsbatterie von elektrischen oder hybridisierten Fahrzeugen zu einem ungewollten Störfall kommen, muss eine schnelle Notentlüftung zum Druckabbau im betroffenen Batteriesegment gewährleistet sein. Hierfür bietet KACO eine bauraumoptimierte Produktpalette an. Grundidee dabei ist ein Hubkolben, der die Schnellentlüftungsstelle nach dem Entlüftungsvorgang wieder dicht verschließt. Eine der Ausführungen sieht einen magnetischen Kolben vor, der beste Ergebnisse im Ausströmungsverhalten ermöglicht. Dieses Konzept wurde mittels CFD-Berechnungen entwickelt und optimiert. Der Hubkolben kann außerdem durch eine Feder unterstützt werden. Alternativ kann auch eine nur federbelastete Lösung angeboten werden, sofern höhere Zuhaltekräfte kostengünstig realisiert werden sollen. Die Quick Deflation ist konzeptionell so aufgebaut, dass zusätzlich ein Druckausgleichselement integriert werden kann. Damit können in einem Bauteil sowohl der regelmäßige Druckausgleich als auch die Möglichkeit zur Notentlüftung gewährleistet werden. Der Fokus der Basisentwicklung des Produktbaukastens lag im Wesentlichen darin, geringe Systemkosten auf geringstem Bauraum zu realisieren und dabei weitere Vorteile hinsichtlich des Stands der Technik, wie zum Beispiel Reversibilität und einfache Montage, bieten zu können.

KACO GmbH + Co. KG, Quick Deflation.
KACO GmbH + Co. KG, Quick Deflation.
© ISGATEC GmbH 2020