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Projektbezogen die Spreu vom Weizen trennen

(Bild: Simone Frick)

26.11.2018 Projektbezogen die Spreu vom Weizen trennen

Die Veredelung von Dichtungen erfordert viel Know-how und Marktkenntnisse

von Dipl.-Wirt. Ing. (FH) Simone Frick (seals'n'finishing - Simone Frick)

Das Veredeln von Dichtungen ist heute Standard, aber angesichts der vielen Optionen auch nicht trivial. Eine neutrale Prüfung der Möglichkeiten macht da Sinn.

Die Anforderungen an Dichtungen und Formteile steigen seit Jahren stetig an. Nicht allein die Dichtfunktion muss gegeben sein, sondern zusätzliche technische Eigenschaften stehen verstärkt im Fokus. Der technische Zusatznutzen ist wichtiger denn je. Das Angebot an Lösungsmöglichkeiten ist groß und entsprechend unübersichtlich.

Die Ausnahme wird zur Regel
Dichtungen müssen leicht zu installieren sein. Montagekräfte müssen gering, die Zuführung bei automatischer Montage störungsfrei und das Beschädigungsrisiko beim Einbau auf ein Minimum reduziert sein. Ähnliche Dichtungen sollen durch Markierungen o.ä. unterscheidbar werden oder nach der automatischen Montage muss das Vorhandensein der Dichtung über Kameras überprüft werden können. Die Lebensdauer der Dichtung soll höchstmöglich und der Abrieb bei dynamischem Einsatz geringstmöglich sein.

Auch die technische Sauberkeit gewinnt immer mehr an Bedeutung. Wo früher Dichtungen direkt aus der Produktion eingesetzt werden konnten, müssen heute Grenzwerte zu Menge und Beschaffenheit von Restschmutz auf den Bauteilen eingehalten werden. Restschmutzpartikel werden in Anzahl und Größe bestimmt, filmische Verunreinigungen definiert und limitiert. Spezielle Tests und Prüfungen auf Sauberkeit der Bauteile müssen durchgeführt und erfüllt werden.

Um diese Vielfalt an technischen Zusatzanforderungen erfüllen zu können, ist im Regelfall eine nachträgliche Veredelung notwendig: Beschichtungen oder chemische Modifikationen der Dichtungswerkstoffe, Markierungen und gesonderte Reinigungsprozesse stehen hier zur Verfügung.

In gleichem Maße wie die Anforderungen an die Dichtelemente steigt auch die Anzahl der Anbieter für die entsprechenden Dienstleistungen an. Eine Vielzahl spezieller Prüfinstitute testen und verifizieren die veredelten Dichtungen, egal ob auf Sauberkeit oder Reibwerte. Jeder ist ein Spezialist auf seinem Gebiet.

Der neutrale Blick ist wichtig
Vor allem für kleinere Dichtungshersteller wird es zunehmend schwerer, Schritt zu halten. Große Dichtungshersteller haben bereits ein spezielles Produktportfolio für Veredelungen in ihr Programm aufgenommen, die Qualitätssicherung darauf abgestimmt und interne Spezialisten aufgebaut. Kleinere Unternehmen müssen sich i.d.R. auf die Beratung der einzelnen Dienstleister und deren Angebote verlassen. Ein Vergleich der möglichen Lösungen, die Einschätzung von Auswirkungen auf das Dichtelement oder gar die Bewertung einer Kombination der Veredelungsvarianten ist für sie aufgrund fehlender Spezialisten im eigenen Unternehmen oft kaum möglich. Die Abhängigkeit von einzelnen Dienstleistern wird dadurch u.U. hoch und führt auch zu einem eingeschränkten Blick auf potenzielle Lösungen.

Deshalb macht auf dem weiten Feld des technischen Zusatznutzens bei der Veredelung von Dichtungen ein neutraler Blick auf Lösungsmöglichkeiten Sinn. Um die Veredelungsvarianten mit Blick auf die Kundenanforderungen ideal abzustimmen oder ein

Standard-Veredelungsportfolio in das Produktprogramm aufzunehmen, ist es wichtig, die Einflüsse der unterschiedlichen Veredelungen auf das Dichtelement und die Anwendung richtig einzuschätzen und Einsatzmöglichkeiten oder -grenzen im Vorfeld zu kennen. Vor allem auch im Bereich der technischen Sauberkeit sind die Spielräume zur Umsetzung sehr groß. Dadurch entstehen durch Missverständnisse oder einseitige Betrachtung Fehlerquellen, die es im Nachgang mit großem Aufwand zu beseitigen gilt.

Mithilfe unabhängiger Beratung und Bewertung durch entsprechende Spezialisten lassen sich passende Lösungen und Anbieter vergleichen und optimale Lösungen für Einzelanfragen oder die Einrichtung eines Standardportfolios für Veredelungsvarianten finden.

Fakten für Konstrukteure
• Schon bei der Auswahl von Dichtungen ist Know-how über spätere Veredlungsmöglichkeiten wichtig – eine neutrale Beratung kann hier helfen

Fakten für Einkäufer
• Veredelungen kosten Geld. Auf der anderen Seite lässt sich – über die gesamte Wertschöpfungskette betrachtet – mit veredelten Dichtungen ebenso Geld sparen. Die Rechnung sollte man machen

Fakten für Qualitätsmanager
• Steigende Qualitätsanforderungen an Dichtungen und Formteile lassen sich zunehmend nur durch Veredelungen erfüllen. Diese gilt es aus dem riesigen Angebot zu evaluieren

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Lösungspartner

seals'n'finishing - Simone Frick
seals'n'finishing - Simone Frick

 

Zielgruppen

Einkauf, Konstruktion & Entwicklung, Qualitätssicherung