Dichtungsstandzeiten verlängern

Kolben- und Stangendichtungen aus modifiziertem PTFE mit einer speziellen Füllstoffzusammensetzung für Hydraulikzylinder in Windkraftanlagen, für die eine lange Lebensdauer angestrebt wird. (Bild: Parker Hannifin GmbH)

05.03.2021 Dichtungsstandzeiten verlängern

Ansätze, Konzepte und Beispiele aus verschiedenen Branchen

von Christoph Meissner (Parker Hannifin GmbH)

In puncto Standzeiten legen vor allem Branchen mit extremen Anwendungsbedingungen, wie hohen Drücken, extremen Temperaturen, aggressiven Medien, die Latte immer höher.

Auch der für den Dichtungswechsel erforderliche Aufwand, z.B. bei Windkraftanlagen, ist ein wichtiges Thema, ebenso wie die möglicherweise dramatischen Folgen von Schäden, z.B. in der Öl- und Gasindustrie, die deshalb besonders hohe Anforderungen an Dichtungen und Materialien stellt. Die Effizienz von Maschinen lässt sich besonders gut durch die Reduzierung von zu bewegenden Massen, z.B. durch die Substitution von Stahl durch Kunststoff, steigern. Wenn Dichtflächen aus weicheren und dünneren Materialien bestehen, dünnere Wandstärken kleinere Dichtungsquerschnitte erfordern oder die Leistungsdichte generell zunimmt, entstehen höhere thermische und mechanische Belastungen für die Dichtungen. Die veränderten Kräfteverhältnisse oder eine schlechtere Wärmeableitung müssen bei der Auslegung der Dichtung berücksichtigt werden.

Um mit den beschriebenen Entwicklungen Schritt zu halten, ist zum einen die Nähe zum Kunden wichtig, wobei unsere globale Präsenz hier hilfreich ist. Zum anderen hilft uns modernste Simulationstechnik bei der Entwicklung und Validierung entsprechend robuster Materialien und ermöglicht Lebensdauervorhersagen. Und schließlich können wir Entwicklungen auch praxisnah im eigenen Prüflabor auf Herz und Nieren prüfen, modifizieren und validieren.

Ein interessantes Beispiel einer von uns realisierten Lösung mit anspruchsvollem Anforderungsprofil und hoher Lebensdauererwartung sind Kolben- und Stangendichtungen aus modifiziertem PTFE mit einer speziellen Füllstoffzusammensetzung für Hydraulikzylinder in Windkraftanlagen, die für die richtige Stellung der Rotorblätter im Winkel zum Wind sorgen. Die Dichtungen bieten eine hohe Betriebssicherheit über lange Zeit und ermöglichen zudem durch überragende Reibeigenschaften eine genaue Positionierung der Steuerbewegungen.

Christoph Meissner,  Senior Application Engineer, Parker Hannifin GmbH, Prädifa Technology Division
„Bei effizienzgetriebenen Anlagenveränderungen ist es unabdingbar, auch die Dichtsysteme anzupassen, damit die geforderten Standzeiten erreicht werden können.“ Christoph Meissner, Senior Application Engineer, Parker Hannifin GmbH, Prädifa Technology Division