Viel Potenzial

Vergleich der Anpassungsfähigkeit bei 20 MPa Flächenpressung – oben eine klassische Dichtung, unten eine aus dem neuen Material (Bild: © Frenzelit Werke GmbH)

19.09.2016 Viel Potenzial

Trends bei Dichtungswerkstoffen und -compounds – ein Überblick

von Dipl.-Ing. Marco Schildknecht (Frenzelit GmbH)

Viele der steigenden Anforderungen an Dichtungen – seien sie markt- oder normengetrieben – werden heute über weiterentwickelte Werkstoffe und Compounds erfüllt. Hier gibt es noch viel Potenzial, wie die  nachfolgenden Beispiele zeigen. Das darf allerdings nicht den Blick auf die Grenzen der Physik und Chemie verstellen, die auch für Werkstoffe und Compounds gelten.

Die aktuelle TA Luft ist 2016 in ihrem 14. Gültigkeitsjahr angekommen und hat der Dichtungsbranche eine zeitweilig turbulente Entwicklung beschert. Heute weiß jeder Anwender: Nicht nur der TA Luft Bauteilversuch muss bestanden werden, sondern jede Dichtverbindung muss ordnungsgemäß ausgelegt sein. Dazu existieren heute die nötigen Normen für die Kennwerteermittlung (EN 13555) und die Flanschberechnung (EN 1591-1). Die VDI-Richtlinie 2290 sagt dem Anwender sogar, mit welcher Dichtheitsklasse die Auslegungen durchzuführen sind. Werkstoffseitig führt dies zunächst zu Lösungen aus Grafit, PTFE und Semi-Metall, die sicherlich gut funktionieren, aber nicht überall und teilweise auch nicht zu den betreiberseitig gewünschten Kosten. Damit verbunden war dann eine Rückbesinnung auf Faserstoffdichtungen natürlich gepaart mit der Anforderung an die TA Luft-Konformität.

Diese Marktanforderungen führten u.a. zur Entwicklung der novapress® 880 im Bereich der klassischen Faserstoffdichtungen. Diese verfügt über  Dichtungskennwerte, die sehr viel mehr Sicherheit bei Auslegungen nach EN 1591-1 und VDI 2290 ermöglichen. Durch eine dreifach gesteigerte  Anpassungsfähigkeit gegenüber klassischen FA-Dichtungen benötigt sie wesentlich geringere Flächenpressungen, um die geforderte Dichtheitsklasse in der  Anwendung einzuhalten. Diese Faserstoffdichtung bietet so die Vorteile einer klassischen Faserstoffdichtung mit deutlich gesteigerter Performance hinsichtlich aller relevanten Kriterien wie Dichtheit, Berechenbarkeit und Fehlerverzeihlichkeit. Sie ist damit prädestiniert für den Einsatz in der gesamten Prozessindustrie,
aber auch in allen übrigen Bereichen.

Marco Schildknecht, Leiter Anwendungstechnik Geschäftsbereich Dichtungen, Frenzelit Werke GmbH
„Auch die gute alte Faserstoffdichtung kommt als Weiterentwicklung in der Welt der aktuellen TA Luft an – nicht zuletzt auf Wunsch vieler Betreiber.“ Marco Schildknecht, Leiter Anwendungstechnik Geschäftsbereich Dichtungen, Frenzelit Werke GmbH