Prozessoptimierung  durch UV-Vorfixierung

Modell der veränderten Klebstoff-Applikation – sie schafft Platz für den UV-Klebstoff (Bild: as adhesive solutions e.K.)

31.10.2017 Prozessoptimierung durch UV-Vorfixierung

Alternative zu anderen Verfahren

von Marco Rodriguez (as adhesive solutions e.K.)

Bei vielen industriellen Applikationen werden Klebstoffe verwendet, deren Aushärtezeiten irgendwann nicht mehr zur gewünschten Taktzeit passten. In diesen Fällen sind verschiedene Möglichkeiten denkbar – eine UV-Vorfixierung wird aber zumeist nicht berücksichtigt. Bei genauer Betrachtung jedoch, wäre genau dieser Lösungsansatz für viele Projekte eine effektive Alternative.

Wenn Klebstoff und benötigte Taktzeiten nicht zusammenpassen, ist die erste Überlegung oft, die Klebelösung in Frage zu stellen und zur altbewährten Verbindungstechnik zurückzukehren. Ist man – was immer häufiger vorkommt – auf eine verklebte Verbindung angewiesen, ist der nächstliegendste Gedanke, auf ein anderes Klebesystem umzusteigen. Prinzipiell ein guter und nachvollziehbarer Gedankengang, dessen Umsetzung in der Praxis jedoch, durch z.B. die Eigenschaften der zu verbindenden Werkstoffe, eine Herausforderung bedeuten kann. Ist man z.B. auf ein MS-Polymer angewiesen, da eine hohe Haftung gepaart mit einer gewissen Flexibilität benötigt wird, gestaltet sich eine adäquate Lösung schwieriger. Der Wechsel auf ein 2K-System (ebenfalls MS-Polymer), das eine schnelle Aushärtung garantiert, ist durchaus denkbar und bei einer Handapplikation auch recht unproblematisch umsetzbar. Durch den Einsatz einer neuen Dosierpistole und einer Einweisung der Mitarbeiter, können die Bauteile möglicherweise nach wenigen Minuten – in Abhängigkeit vom eingesetzten Klebstoff und dessen Eigenschaften – weiterverarbeitet oder wenigstens für den weiteren Bearbeitungsprozess bewegt werden.

Bei einem automatisierten Prozess, bei dem das MS-Polymer über eine Dosieranlage und ein Dispensventil auf das Bauteil appliziert wird, ist der Wechsel zu einem 2K-System wesentlich komplexer und deutlich kostenintensiver. Die aktuelle Anlage ist zumeist nicht mehr zu verwenden und eine neue Anlage steht nicht innerhalb kürzester Zeit zur Verfügung. Produktionsverzögerungen und u.U. Tests sind die Folge. Die Option einen  zweiten Klebstoff zu verwenden, der „nur“ für die Fixierung verantwortlich ist, wird hier viel zu selten in Betracht gezogen. Wie bei allen Klebeprojekten ist es aber wichtig diesen Lösungsansatz nicht isoliert, sondern ihn ganzheitlich im Prozess zu betrachten.