Flüssigdichtungen: Viele Vorurteile  entbehren der Grundlage

In der E-Mobilität werden PUR-Schaumdichtungen künftig in unterschiedlichsten Applikationen zu ebenso funktionalen wie wirtschaftlichen Problemlösern (Bild: CeraCon GmbH)

25.11.2019 Flüssigdichtungen: Viele Vorurteile entbehren der Grundlage

Aktuelle Einschätzungen und Lösungsansätze zu Flüssigdichtsystemen und Verguss

von Dr. Frank Kukla (CeraCon GmbH)

Ganz gleich, ob Miniaturisierung oder große Teile, kleine oder große Stückzahlen, komplexe oder einfache Geometrien, leicht zu dosierende oder hoch abrasive Materialien – Flüssigdichtsysteme liefern trotz der Komplexität der Technologien auf viele aktuelle Anforderungen eine Antwort – die richtige Beratung vorausgesetzt.

Im stetig wachsenden Segment der flüssig aufgetragenen geschäumten PUR-Dichtungen machen sich zwei gegenläufige Trends bemerkbar: Zum einen stellt die immer weiter voranschreitende Miniaturisierung der Elek­tronik, gepaart mit dem Bestreben nach abgedichteten Gehäusen für Anwendungen, z.B. im Fahrzeugbau, die Technik flüssig aufgetragener Dichtungen vor neue Herausforderungen. Dichtungsquerschnitte < 1mm sind keine Seltenheit und verlangen nach präziser Dosiertechnik für kleinste Mengen. Zum anderen erfordern die sich entwickelnden Dichtungslösungen in der E-Mobilität, z.B. im Bereich der Fahrzeug-Batteriegehäuse, nach sehr großen – z.T. 6 m langen – und hohen Schaumdichtungen, um die Batteriezellen vor Feuchtigkeit und Umwelteinflüssen zu schützen. Darüber hinaus werden in der industriellen Produktion immer noch gestanzte und aufgeklebte Schaumstoff-Pads und Dichtschnüre zum Abdichten und Dämpfen unter hohem Aufwand manuell verbaut. Zum Einsatz kommen sie oft als kurzfristige Notlösung beim Versagen der Bauteile bei Serienstart bzw. aufgrund mangelnder Kenntnis moderner, automatisierter und effizienter Dichtungslösungen nach dem FIPFG-(Formed- in-Place-Foam-Gasket) Verfahren, wie unserem etablierten 1K-PUR System.

Für den erfolgreichen Serieneinsatz geschäumter 1K-Dichtungen ist eine frühzeitige Fachberatung entscheidend. Diese leisten wir mit Anwendungs- und Prozessentwicklung und der Durchführung von Vorversuchen mit Prototypen im eigenen Technikum, um eine prozesssichere, kostengünstige Serienlösung zu finden. Sowohl die neuen Anwendungen in der E-Mobilität als auch die Miniaturisierung und steigende Komplexität der Dichtungsanwendungen verlangen Systeme mit maximaler Flexibilität, um unterschiedlich­sten Kundenanforderungen gerecht zu werden.

Wir tragen diesem Trend mit einem 1K-PUR Schaumdichtungssystem, bestehend aus  CeraFLOW-Anlagentechnik und CeraPUR-Dichtungsmaterialien, Rechnung. Hier kann z.B. die Dichte und Härte der zu applizierenden Schaumdichtung stufenlos in einem weiten Bereich eingestellt sowie inline präzise überwacht und geregelt werden. Die so entstehenden überwiegend geschlossenzelligen Schaumdichtungen lassen sich dank der thixotropen Einstellung der Materialien auch in komplexesten dreidimensionalen Dichtungsgeometrien applizieren. Zudem ist das Know-how des Anwenders bei laufender Serienproduktion nicht mehr ausschlaggebend, da die 1K-Schaumdosieranlagen einfach zu bedienen sind und zusammen mit der Auto­mationslösung einen stabilen Fertigungsablauf mit sehr hoher Anlagenverfügbarkeit gewährleisten.

Dr. Frank Kukla, geschäftsführender Gesellschafter, CeraCon GmbH
„Sehr kleine und sehr große komplexe Dichtungen müssen heute gleichermaßen realisiert werden. Für 1K-Schaumdichtungen ist das mit der richtigen Projektberatung kein Problem.“ Dr. Frank Kukla, geschäftsführender Gesellschafter, CeraCon GmbH