Dauerhafte Trockenschmierung für Silikondichtungen

O-Ringe durchlaufen im ersten Schritt des optimierten Vorbehandlungsprozesses eine Nassreinigung mit Temperaturkontrolle und speziellen Reinigern (Bild: APO GmbH Massenkleinteilbeschichtung)

31.10.2020 Dauerhafte Trockenschmierung für Silikondichtungen

Neuer Gleitlack und verbesserte Beschichtungsprozesse optimieren den Einsatz von Silikonen

von Antonio Pozo (APO GmbH)

Silikone sind die vielfältigen Alleskönner der Dichtungstechnik. Sie sind gleichermaßen Segen und Fluch und lassen sich nahezu überall einsetzen. Doch leider lässt die Freude bei der ersten Handhabung der Dichtungen nach: Die Teile kleben aneinander oder der Schmutz an den Teilen, der Reibwert ist hoch und sie lassen sich nur mühsam montieren. Zu allem Überfluss können Silikone durch ihre chemische Beschaffenheit nur schwer und meist sehr unzuverlässig mit Gleitlacken beschichtet werden. Beschichtungsprozesse sind aufwändig und die Lacke haften meist nur mäßig auf den Silikonoberflächen – eine neue Funktionsbeschichtung schafft hier Abhilfe.

Als eher noch junge Vertreter in der Geschichte der Polymere stehen Silikone bereits seit längerem hoch im Kurs. Sowohl in der Automobilindustrie als auch im Lebensmittel-, Pharma- oder Medizinbereich werden die Allrounder gerne eingesetzt. Die vielfältigen Silikon­elastomere überbrücken große Temperaturunterschiede, sind chemisch belastbar, alterungs- und witterungsbeständig und sind bei passender Vernetzung physiologisch unbedenklich. Und doch stellen sie die Anwender immer wieder vor große Herausforderungen. Denn ganz im Gegensatz zu ihren öligen Verwandten lassen die Gleiteigenschaften der Silikonelastomere meist zu wünschen übrig.

Wenn Staub und Teile kleben

Von so manchen Fensterdichtungen kennt man den Effekt im Alltag: Staub klebt an der Silikonfuge und lässt sich mit einem Tuch nur schwer abwischen. Das Tuch holpert über die Fugenfläche und im schlimmsten Fall kleben dann noch Fusseln aus dem Tuch am Fugenmaterial. Dieses äußerst unangenehme Verhalten von Silikonelastomeren lässt sich leider durchaus auch in der Dichtungstechnik beobachten. Die hohe Klebneigung und die ungünstigen Reibwerte der Silikone machen den Anwendern das Leben schwer. Die meist kleinen Dichtelemente haften teilweise schon bei der Anlieferung aneinander. Sind die Teile erst einmal aus der Packung genommen, so kleben schnell Staubpartikel an ihren Oberflächen, die zuvor in der Luft nicht einmal wahrnehmbar waren. In automatischen Montageanlagen ist es schwer, Silikondichtungen zu vereinzeln und zuzuführen, und der Kraftaufwand für eine Montage der Teile ist unerwartet hoch. Im dynamischen Einsatz schlussendlich neigen die Dichtungen, sofern sie nicht komplett an den Gegenlaufflächen anhaften, gerne zu Stick-Slip-Effekten.