FlixBus und Freudenberg Sealing Technologies bündeln Kompetenzen

Zukunftsprojekt für eine CO2-freier Mobilität (Bild: Freudenberg Sealing Technologies/Flixbus)

03.09.2019 FlixBus und Freudenberg Sealing Technologies bündeln Kompetenzen

Die beiden Unternehmen FlixBus und Freudenberg Sealing Technologies arbeiten in einem Zukunftsprojekt zu nachhaltiger, CO2-freier Mobilität zusammen. Gemeinsam wollen sie Reisebusse mit Brennstoffzellenantrieb auf die Straße bringen.

Die grünen FlixBusse haben sich innerhalb weniger Jahre zum festen Bestandteil des Straßenbilds in Europa und den USA entwickelt. Die modernen Fernbusse der FlixBus-Flotte sind eines der umweltfreundlichsten Verkehrsmittel überhaupt. Nun will FlixBus gemeinsam mit Freudenberg noch einen Schritt weitergehen. Nach drei erfolgreich gestarteten E-Fernbussen will man gemeinsam mit Freudenberg den ersten Fernbus mit Brennstoffzellenantrieb entwickeln.  Vor dem Hintergrund immer schärferer CO2-Grenzwerte unterstützt Freudenberg Sealing Technologies seit Jahrzehnten die Hersteller von Autos und Nutzfahrzeugen dabei, mit dichtungstechnischen Lösungen Verbrauch und Emissionen von Verbrennungsmotoren zu senken. Parallel dazu ist die Freudenberg-Gruppe bei der Erforschung alternativer Antriebskonzepte bereits Mitte der 1990er Jahre in die Entwicklung technisch anspruchsvoller Komponenten für Brennstoffzellen und Batterien eingestiegen und hat u.a. serienreife Gas-Diffusions-Lagen (GDL) sowie Dichtungen für  Brennstoffzellen-Stacks entwickelt. Anfang 2018 hat Freudenberg Sealing Technologies dieses über Jahrzehnte hinweg aufgebaute Know-how durch die Akquisition eines Brennstoffzellenherstellers strategisch ergänzt und gestärkt. Zum gleichen Zeitpunkt erwarb das Unternehmen durch seine Beteiligung am US-amerikanischen Batteriehersteller XALT Energy auch in der Batterietechnik wichtige technologische Expertise. Mittlerweile hält Freudenberg Sealing Technologies an XALT Energy die Mehrheit.

Für die Mobilität der Zukunft bietet das Unternehmen mit dieser Lösung den Herstellern von Heavy-Duty-Anwendungen – vor allem Bussen, Bahnen, Lkws und Schiffen – komplette elektrische Energiesysteme aus einer Hand. Von kompletten Batterie- bis hin zu hocheffizienten mobilen Brennstoffzellensystemen – einschließlich aller Komponenten, Module und Subsysteme, die für deren Betrieb notwendig sind. Das Angebot wird zudem um integrierte Hybridantriebssysteme erweitert, die die Vorzüge von Batterie und Brennstoffzelle komplementär miteinander verbinden.

Die technischen Anforderungen an Leistungskraft und dauerhafte Zuverlässigkeit sind im Heavy-Duty-Geschäft besonders hoch. Freudenberg Sealing Technologies sieht die Brennstoffzelle in Kombination mit Batterien als festen Bestandteil der Mobilität der Zukunft. FlixBus hat das Anforderungsprofil für seine Fahrzeuge klar umschrieben. Leistungsmerkmale wie die Beschleunigung sollen denen heutiger mit Diesel betriebener Fernbusse mit Euro VI-Norm entsprechen. Ohne nachzutanken sollen die Brennstoffzellen-Fahrzeuge mindestens 500 km am Stück zurücklegen. Das Auftanken selbst soll ähnlich wie heute höchstens 20 min. dauern, nur dass Wasserstoff statt Diesel in den Tank fließt. Das Hybridsystem, welches Batterie- und Brennstoffzellen intelligent kombiniert, ist neben dem Bus-Fernverkehr ebenfalls direkt für schwere Nutzfahrzeuge wie Lkws einsetzbar. Zunächst soll in der Validierungsphase eine repräsentative Busflotte von 30 Fahrzeugen mit dem System ausgerüstet werden. Zudem streben die beiden Unternehmen eine öffentliche Förderung im Rahmen des „Nationalen Innovationsprogramm Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie“ (NIP) an. Dadurch soll sichergestellt werden, dass diese Technologie schnell Marktreife erlangt und so maßgeblich zur Reduzierung von CO2 im Straßenverkehr beiträgt.