Faserstoffdichtungen für die Chemieindustrie

Dichtung aus novapress 880 (Bild: Frenzelit GmbH)

03.05.2018 Faserstoffdichtungen für die Chemieindustrie

Der Dichtungswerkstoff novapress 880 der Frenzelit GmbH zeichnet sich im Vergleich zu herkömmlichen Faserstoffdichtungen durch eine dreimal höhere Anpassungsfähigkeit aus. Dadurch ermöglicht das Dichtungsmaterial zuverlässige TA-Luft-Auslegungen gemäß VDI 2290 bei gleichzeitig erhöhter Montagesicherheit.

Dichtungsmaterialien müssen hohe gesetzliche Anforderungen erfüllen und sich durch eine außergewöhnlich gute Leckage-Performance  bei bereits geringen Flächenpressungen auszeichnen. Die konstruktive  Begrenzung der Flächenpressung bei genormten  Flanschverbindungen erschwert  jedoch in der praktischen Umsetzung die Einhaltung der vom Gesetzgeber  geforderten Dichtheitskriterien. Das gilt insbesondere für Anwendungen in der chemischen Industrie, wo aggressive Medien zu befördern sind, die TA-Luft-relevant sind. novapress 880 löst diesen Konflikt mit einer signifikant erhöhten Anpassungsfähigkeit. Mit einer Zusammendrückung von ca. 18 % bietet der Werkstoff etwa eine Verdreifachung der marktüblichen Werte und gleicht auf  diese Weise bereits bei geringer Flächenpressung Flanschunebenheiten aus.

Leckagetests gemäß DIN EN 13555 haben gezeigt: Bei einem Innendruck von  40 bar erzielt der Werkstoff bei knapp 20 MPa Flächenpressung den von der TA Luft geforderten Leckagewert von 0,01 mg/s/m. Klassische Faserstoffdichtungen erreichen dieses Ergebnis erst bei ca. 30 MPa oder sogar deutlich darüber.

In der Prozessindustrie werden häufig Dichtungen mit Innenbördel eingesetzt, was die erforderliche Mindestflächenpressung deutlich erhöht. Die Dichtung erreicht diese erstklassige Leckage-Performance auch mit Innenbördel. Der Grund: Das Bördelmaterial – idealerweise aus 0,1 mm dickem  Edelstahl – und das anpassungsfähige Material gehen eine hochkompakte Verbindung ein, die zu einer nahezu identischen Dichtigkeit wie bei  einer novapress 880-Dichtung ohne Innenbördel führt.

novapress 880 setzt sich aus ca. 20 verschiedenen Komponenten zusammen, die  durch ein Elastomer gebunden werden. Der Materialmix wird Schicht für  Schicht im Hochdruck-Kalandrierverfahren aufgebaut. Am Ende des Herstellungsprozesses liegt schließlich ein homogenes Produkt vor – eine  wesentliche Voraussetzung für die effiziente Leckage-Performance.

Als weltweit erster Dichtungswerkstoff erfüllt novapress 880 „Industrie 4.0“- Transparenzkriterien, die für Anlagenkomponenten aller Art gelten. Neben den branchenüblich aufgebrachten Chargennummern auf der Dichtungsplatte identifiziert die Gasket Code Technology (GCT) zu jeder Zeit  Werkstofftyp, Herstellungszeitraum und Fertigungsslot einer Dichtung. Diese Informationen lassen sich selbst an kleinsten  Materialresten auslesen und sind ein erster Schritt auf dem Weg zur „intelligenten“ Dichtung. Die Dichtung „hinterlässt“ mit dem Gasket Code  einen individuellen Fingerabdruck, der sich über den gesamten  Produktlebenszyklus – von der Halbzeug-Herstellung, über die  Weiterverarbeitung bis zur Montage und Inbetriebnahme – nachvollziehen und nachverfolgen lässt.

Achema 2018: Halle 8.0, Stand H94