Produktivität rauf – Zykluszeiten runter

Modernes Spritzgusssystem, u.a. für die Herstellung von Dichtungen und Formteilen mit Dichtfunktion (Bild: Arburg)

30.10.2019 Produktivität rauf – Zykluszeiten runter

Neue Dienstleistung erlaubt die Ermittlung der perfekten Oberfläche

von Dipl.-Ing. Frank Mumme (Gemeinnützige KIMW Forschungs-GmbH)

Ein neues Spritzgieß-Tribometer erlaubt eine gezielte Entwicklung von antiadhäsiven Oberflächenstrukturen und die Beschichtung ausgewählter Kunststoffgruppen. Die Ermittlung der Daten und der daraus resultierenden Empfehlungen steht auch als Dienstleistung für Werkzeughersteller und kunststoffverarbeitende Unternehmen zur Verfügung.

Ein gespritztes Kunststoffformteil muss am Zyklusende soweit abgekühlt sein, dass man es korrekt entformen kann (Bild 1). Das Teil muss also frei fallen oder mit Handlingunterstützung sauber entnommen werden können. Aber nicht nur die Abkühlung der Werkzeugoberflächen entscheidet über das zuverlässige Entformen aus der Auswerferseite. Ein entscheidender Parameter ist die Haftung zwischen Werkzeugwand und spritzgegossenem Formteil, die so gering wie möglich sein muss. Erreicht wird das über funktionale Werkzeugoberflächen.

Aber welche Oberfläche ist für meine konkreten Anforderungen die richtige Wahl? Wie muss die Oberfläche beschaffen sein? Zur Entwicklung geeigneter funktionaler Werkzeugoberflächen unterstützt den Anwender eine Entwicklungsplattform, die eine praxisnahe Analyse der Haftung zwischen Werkzeug und Kunststoffformteil ermöglicht. Hierfür wurde ein Spritzgießtribometer entwickelt, das reproduzierbar Haft- und Gleitmomente für die Entwicklung von Strukturen und Beschichtungen schafft. Damit wurde eine praxisnahe, schnelle und kostengünstige Analyse der Haftung von Thermoplasten und  thermoplastische Elastomeren möglich, die im Spritzgießprozess reproduzierbar Kennwerte für adhäsive Haftung und Reibung ermittelt.