Neue Potenziale erschließen

Herstellung von Benchmark-Bauteilen im Prototyping-Center (Bild: ARBURG GmbH + Co KG)

01.11.2018 Neue Potenziale erschließen

Additive Fertigung von Bauteilen mit Dichtungsfunktion

von Lukas Pawelczyk (ARBURG GmbH + Co KG)

Die additive Fertigung von Bauteilen aus zwei Komponenten wie etwa Hart-Weich-Kombinationen mit Dichtung wird für immer mehr Lösungen – weit über das Prototyping hinaus – interessant. Die Kombination aus moderner Maschinentechnik in Verbindung mit dem Verfahren des Kunststoff-Freiformens ist hierfür die Grundlage.

Systeme wie der Freeformer sind für die industrielle additive Fertigung von Funktionsbauteilen aus qualifizierten Originalmaterialien ausgelegt. Die Basis sind Kunststoffgranulate, wie sie auch beim Spritzgießen eingesetzt werden. Mit der Entwicklung des Kunststoff-Freiformens und den 2015 weltweit in den Markt eingeführten Systemen wurden neue Potenziale der industriellen additiven Fertigung aus der Sicht eines Maschinenbau-Unternehmens erschlossen. Das hierfür eigens entwickelte Kunststoff-Freiform-Verfahren (AKF-Verfahren) arbeitet werkzeuglos auf Basis von 3D-CAD-Daten und qualifizierten Kunststoffgranulaten. Damit ist ein Produktstart innerhalb weniger Minuten möglich, um etwa schnell und ganz nach Bedarf Einzelteile oder Kleinserien zu produzieren. Eine kontinuierlich erweiterte Materialdatenbank stellt Anwendern eine wachsende Arbeitsbasis zur Verfügung.

Offenes System für die additive Fertigung

  • Ein großer Vorteil des AKF-Verfahrens ist, dass sich der Prozess an die Anforderungen anpassen lässt. Das Fertigungssystem ist vor allem für diejenigen interessant, die
  • auf Originalmaterialien und Werkstoffvielfalt setzen,
  • mit einem offenen System arbeiten wollen und
  • dabei ihr Know-how in der Kunststoffverarbeitung einbringen.

Sie können dazu ihre eigenen Werkstoffe qualifizieren und die frei programmierbaren Prozessparameter gezielt optimieren. Das System ist aber nicht nur im Prototyping einsetzbar, sondern vor allem für die additive Fertigung „echter“ Funktionsbauteile. Für die industrielle Anwendung sind z.B. individuelle Kunststoffteile für Konsumgüter, medizinische Einzelteile (Implantate) sowie funktionale Ersatzteile prädestiniert.