Mit individuellen Materiallösungen Produktvorteile realisieren

Eine moderne und flexible Fertigung ist heute eine zentrale Voraussetzung für individuelle Lösungen (Bild: Tec-Joint AG)

05.03.2021 Mit individuellen Materiallösungen Produktvorteile realisieren

Die Kombination aus Material- und Fertigungs-Know-how eröffnet neue Perspektiven

von Richard Gisler (Tec-Joint AG)

Die Anforderungen an Produkte und Anlagen steigen unaufhörlich. Höhere Drücke und Temperaturen, längere Haltbarkeit und Wartungsintervalle sind zentrale Herausforderungen, denen sich Lösungsanbieter täglich stellen müssen. Dabei zeigt sich, dass Standardprodukte zunehmend keine Lösung mehr sind.

Standen früher bei Anfragen häufiger Standards im Fokus, so überwiegen heute meist die Anfragen nach individuellen Lösungen, die u.U. auch die Basis für Produktmehrwert sind. Auch Trendthemen, wie z.B. die E-Mobility, erfordern viele Neuentwicklungen – meist auf der Basis von Werkstoffkombinationen. Ein Beispiel ist hier z.B. der Schutz gegen Splitter und Zerstörungen bei explosionsartiger Ausdehnung von Brennstoffzellen oder Batterien. In diesem Fall bietet sich eine Kombination eines speziellen Butylkautschuks mit Aramidfasern an. Weitere Beispiele sind die sehr hohen Anforderungen in der Lebensmittel- und Pharmaindustrie (Bild 1). Hier sind metalldetektierbare Folien und Platten aus NBR bzw. EPDM im Einsatz. Zur Erhöhung der Chemikalienbeständigkeit können die Halbzeuge zusätzlich mit einer PTFE-Folie ausgerüstet werden.

Wirft man einen Blick auf die gestiegenen Anforderungen im Bereich der Schienenfahrzeuge, so müssen hier halogenfreie EPDM-Materialien, die dem Hazard Level 2 und 3 entsprechen, eingesetzt werden. Sind dann noch höhere Anforderungen an die Temperatur- oder Flammbeständigkeit gestellt, wird das Elastomer mit Silikat- oder Glasgeweben kombiniert. Geht es um Brandschutz kann Tec-Joint auf eine weitere Alternative zurückgreifen: FireStop ist ein patentierter Brandschutzwerkstoff, der zudem schalldämmende und -dämpfende Eigenschaften besitzt. In Kombination mit z.B. Glasgeweben kann das Material auch thermische Runaways im Bereich der Batterietechnik verhindern (Bild 2). Chemisch gebundenes Wasser wird bei Kontakt mit Feuer langsam freigesetzt und es entsteht Wasserdampf, welcher isoliert und Energie verzehrt. In einer 3 mm Folie sind pro Quadratmeter (= 5 kg Masse) 1 l chemisch gebundenes Wasser enthalten. Dies ergibt im Verlauf eines Brandes 1.860 l Wasserdampf.