Klebt es oder hält es?

Um langzeitbeständige Klebeverbindungen zu realisieren (hier: Luftfilter, verklebt mit Epoxidharz), müssen neben dem reinen Materialauftrag auch die vor- und nachgelagerten Prozesse sicher beherrscht und verstanden werden (Bild: Scheugenpflug AG)

04.06.2018 Klebt es oder hält es?

Erfolgreiche Klebeprojekte basieren auf umfangreichem Wissen

von Rainer Haslauer (Scheugenpflug GmbH)

Diese Technologie erfolgreich einzusetzen erfordert eine intensive Beschäftigung mit den vielen Facetten des Themas, Know-how und planvolles Vorgehen. Kommt ein Anwender nicht weiter, bieten viele Unternehmen Unterstützung – auch über das eigentliche Produktangebot hinaus.

Das Wissen und die Kompetenz ihrer Mitarbeiter stellen für Unternehmen mehr denn je wesentliche Erfolgsfaktoren im globalen Wettbewerb dar. Das gilt für alle Stufen ihrer Wertschöpfung, aber gerade bei komplexen Klebe-, Dosier- und Vergussprozessen ist dies unabdingbar. Hier sollen nicht nur projektbezogen
optimale Ergebnisse erzielt werden. Vielmehr tragen unternehmensbezogene Standards in diesem sich dynamisch entwickelnden Technologieumfeld zu verbesserter Qualität und höherer Wertschöpfung bei. Standards werden aktuell auch seitens der Normen etabliert. Die DIN 2304 ist ein gutes Beispiel. Auch wenn sie heute vielleicht noch nicht den Stellenwert hat, der ihr gebührt – der Nachweis, dass ausgewiesene Fachleute an Produkten gearbeitet haben, wird spätestens bei Streitfällen eine zentrale Bedeutung erlangen.

Um das Maximum an Qualität, Taktzeit und Prozesssicherheit aus einer Anwendung herauszuholen, ist es heute wichtig, alle an Klebeprojekten beteiligten Mitarbeiter zwar projekt- und technologiebezogen, aber dennoch ganzheitlich zu trainieren, zu schulen und weiterzubilden. Ziel muss es dabei sein, die einzelnen Mitarbeiter eines Teams in den verschiedenen Aufgabenbereichen – vom Bediener der Anlagen über die Einrichter und das Instandhaltungs- und Servicepersonal bis hin zu den Prozess- und Qualitätsverantwortlichen – in die Lage zu versetzen, das Optimum für ihre Produkte mithilfe der verwendeten Technologie zu realisieren. Zu diesem Zweck arbeiten wir aktuell daran, unser bestehendes Schulungsprogramm zu erweitern und es noch präziser an die Anforderungen der Anwender anzupassen. Unsere Kunden können künftig zwischen verschiedensten Onlineund Präsenzangeboten wählen. Die Trainings und Schulungen werden in Zukunft noch besser auf die jeweilige Zielgruppe zugeschnitten und methodisch sowie didaktisch entsprechend den Vorkenntnissen und dem Ausbildungsstand der Teilnehmer konzipiert sein. Die Anwender sollen in diesen Schulungen nicht nur lernen, die Technik zu beherrschen. Sie sollen vielmehr dazu befähigt werden, im Falle des Falles eigenständig schnelle Lösungen zu finden. Dies geschieht durch die Vermittlung von übergreifendem prozess- und verfahrenstechnischen Know-how. Mit gezielter Unterstützung unserer langjährigen Partner, von Spezialisten aus Wissenschaft und Forschung, der Chemie- und Prozessindustrie sowie von Spezialisten aus vor- und nachgelagerten Prozessen vertiefen wir in kurzer Zeit auch die verschiedenen chemischen und technischen Wechselwirkungen, die bei Verarbeitung und Verguss von bestimmten Materialien auftreten können.

Rainer Haslauer, Akademie, Scheugenpflug AG
„Die beste Technik bringt wenig ohne Mitarbeiter, die das Optimum aus ihr herausholen. Und das erfordert neue Ansätze im projektbezogenen Wissensmanagement.“ Rainer Haslauer, Akademie, Scheugenpflug AG