Klebt es oder hält es?

Zum Verkleben und Abdichten von Plisseefiltern wird der geschäumte Klebdichtstoff Fermadur über den Mischkopf entlang der Filterrahmenkontur appliziert (Bild: Sonderhoff Holding GmbH)

04.06.2018 Klebt es oder hält es?

Erfolgreiche Klebeprojekte basieren auf umfangreichem Wissen

von Peter Fischer (Henkel AG & Co. KGaA (Standort Köln) / Sonderhoff Technologie)

Diese Technologie erfolgreich einzusetzen erfordert eine intensive Beschäftigung mit den vielen Facetten des Themas, Know-how und planvolles Vorgehen. Kommt ein Anwender nicht weiter, bieten viele Unternehmen Unterstützung – auch über das eigentliche Produktangebot hinaus.

Luftreinheit ist aktuell ein zentrales Thema. Egal, ob im Staubsauger, im Automobil oder in Klima- oder Industrieanlagen – die Filter müssen viel leisten und das bedeutet auch, dass sie gut verklebt sein müssen und die Filterrahmen eine perfekte Abdichtung gewährleisten. Entscheidend ist, dass keine ungefilterte Luft am Filter vorbei gelangt. Bei solchen Aufgabenstellungen müssen PU- oder silikon-basierte 2K-Dichtklebstoffe und Schaum- und Geldichtungen sowie die Dosieranlagen perfekt harmonieren, um die gewünschten Ergebnisse zu erreichen. Und wenn dann noch Klebdichtstoffe auf PU-Basis für das Verkleben und Abdichten von Filtermedien geschäumt eingesetzt werden, sind sie wirtschaftlich noch interessanter. Dank aufgeschäumter Zellstruktur verringert sich die Dichte und es kann bis zu 50% weniger Filterkleber eingesetzt werden. Die Anforderungen an die Kleb- und Dichteigenschaften werden jedoch auch weiterhin erfüllt.  Das spart Geld und Gewicht und ist ein innovatives Beispiel für eine höhere Wirtschaftlichkeit in der Fertigung unterschiedlicher Filteranwendungen.

Aber nicht nur die richtige Auswahl der Rohstoffe entscheidet über eine wirtschaftliche Fertigung. Vor allem die Sicherheit und Prozessgenauigkeit der Produktionsanlage sowie das optimale Zusammenspiel von Material- und Maschine sind die Voraussetzung für eine gleichbleibend hohe Qualität beim Abdichten und Verkleben von Filtern. Es muss z.B. das definierte Mischungsverhältnis der Kleberkomponenten genau eingehalten werden. Die chemische Reaktion der
beiden Komponenten startet bereits mit der dynamischen Vermischung in der Mischkammer. Über den Mischkopf der Anlage wird der geschäumte Filterkleber vollflächig auf die Innenseiten, z.B. eines MDFFilterrahmens, aufgetragen und schäumt dort auf. Der im Filterrahmen platzierte Plisseefilter wird so entlang der Rahmenkontur luftdicht abgedichtet. Die jeweils optimale Vorgehensweise wird dabei idealerweise projektspezifisch festgelegt und durch Versuche untermauert. Solche Dienstleistungen gewinnen zunehmend an Bedeutung, da es auch in diesem Bereich zwar viele Erfahrungen, aber keine Lösungen von der Stange gibt.

Peter Fischer, Leiter Marketing, Sonderhoff Holding GmbH
„Trotz aller technischen Möglichkeiten geht es bei der Klebetechnik auch immer um Wirtschaftlichkeit. Dabei zeigen genügend Beispiele, dass erst die richtige Kombination aus Material und Dosiertechnik, in Kombination mit Know-how, die möglichen Potenziale erschließen.“ Peter Fischer, Leiter Marketing, Sonderhoff Holding GmbH