Flüssigdichtungen erweitern den Horizont

Schon optisch ist die überwiegend geschlossenzellige Schaumstruktur von CeraPUR (links) gut vom schwammartig strukturierten, überwiegend offenzelligen 2K-Schaum zu unterscheiden (rechts) (Bild: SKZ - Das Kunststoffzentrum)

26.11.2018 Flüssigdichtungen erweitern den Horizont

Optionen für ein breites Anwendungsspektrum

von Dr. Frank Kukla (CeraCon GmbH)

E-Mobility, Digitalisierung, Miniaturisierung etc. – die aktuellen Trends sind auch die Treiber für  Flüssigdichtungen und Verguss. Dem wird mit den unterschiedlichsten Ansätzen und Lösungen Rechnung getragen, wobei Know-how immer eine zentrale Rolle spielt.

Bei den sich entwickelnden Dichtungslösungen in der neuen E-Mobilität erobern 1KSchaumdichtungsmaterialien immer weitere Anwendungen, da die Vorteile  dieser Technologie gegenüber den zwei- und mehrkomponentigen Verfahren von den Kunden geschätzt werden: Bauteile können innerhalb der geforderten Taktzeiten beschäumt werden und sind nach der Aushärtung sofort weiterverarbeitbar. Durch die fehlende chemische Aufschäumreaktion ist der 1K-Prozess stets exakt wiederholgenau und darüber hinaus nahezu unabhängig von der Umgebungs- und Bauteiltemperatur. Die Anlagenverfügbarkeit liegt bei über 95% ohne langwierige Anlaufprozesse – selbst bei tagelangen Produktionsunterbrechungen. Zusätzlich entscheiden sich immer mehr Kunden wegen der Verschärfung der Vorschriften beim Umgang mit und der Entsorgung von Isocyanaten für unser 1K-PUR-Verfahren, bei dem keinerlei Sondermüll anfällt. Darüber hinaus stellt die Miniaturisierung der Elektronik, gepaart mit dem Bestreben nach abgedichteten Gehäusen für Anwendungen, z.B. im Fahrzeugbau, die Technik flüssig aufgetragener Dichtungen vor neue Herausforderungen. Dichtungsquerschnitte < 1 mm sind keine Seltenheit mehr und verlangen nach einer präzisen  Dosiertechnik für kleinste Mengen. Gleichzeitig werden die abzudichtenden Gehäuse immer leichter und damit auch dünnwandiger gebaut, um Material und Gewicht einzusparen. An Dichtungen, die in situ aufgetragen werden, wird daher die Forderung nach maximaler Weichheit und Flexibilität gestellt, um die Verbaukräfte und den Bauteileverzug minimal zu halten.

Entscheidend für den erfolgreichen Serieneinsatz geschäumter 1K-Dichtungen ist eine frühzeitige, fachlich fundierte Beratung bei der Konstruktion und Auslegung der geplanten Dichtungen. So kann eine sicher funktionierende, kostengünstige und prozesssichere Dichtungslösung erarbeitet werden. Wir leisten dies mit unseren Anwendungs- und Prozessentwicklern, die fachlich beraten und durch Vorversuche mit Prototypen im eigenen Technikum die ideale Serienlösung finden können. Bei laufender Serienproduktion spielt das Know-how des Anwenders keine wichtige Rolle mehr, da die 1K-Schaumdosieranlagen unkompliziert zu bedienen sind und zusammen mit der entsprechenden Automationslösung einen robusten, stabilen Fertigungsablauf gewährleisten, der kein vertieftes Fachwissen benötigt. Neben der geforderten einfachen Bedienbarkeit besteht anwenderseitig oft der Wunsch nach max. Systemflexibilität. Dieser resultiert aus den ständig neuen Anwendungen in den Bereichen E-Mobilität und Miniaturisierung sowie der steigenden Komplexität der Dichtungsanwendungen. Dem tragen wir mit unserem 1K-PUR-Schaumdichtungssystem, bestehend aus CeraFLOW-Anlagentechnik und CeraPUR-Dichtungsmaterialien, Rechnung. Hierbei kann z.B. die Dichte, und damit die Härte, der zu applizierenden Schaumdichtung stufenlos in einem weiten Bereich eingestellt und inline präzise überwacht und geregelt werden. Die so entstehenden überwiegend geschlossenzelligen Schaumdichtungen lassen sich dank der thixotropen Einstellung unserer Materialien auch in komplexesten dreidimensionalen Dichtungsgeometrien applizieren – im Extremfall auch auf senkrechte Flächen oder über Kopf.

Dr. Frank Kukla, geschäftsführender Gesellschafter, CeraCon GmbH
Effiziente 1K-Schaumdichtungen erfordern Know-how und Abstimmung bei der Vorbereitung der Serienproduktion. Die läuft dann – die richtige Technik vorausgesetzt – problemlos.“ Dr. Frank Kukla, geschäftsführender Gesellschafter, CeraCon GmbH