Es funktioniert

FKM-Flüssigdichtung (Bild: Polyprocess GmbH)

14.03.2016 Es funktioniert

FKM-Elastomere als Flüssigdichtungen für extreme Anforderungen

von Hermann Block (Polyprocess GmbH)

Wenn über Flüssigdichtungen gesprochen wird, liegt der Fokus werkstoffseitig selten auf FKM. Für die Abdichtung einer HT-PEM-Brennstoffzelle erwies sich dieser Werkstoff flüssig aufgetragen aber als Lösung – ein Projektbericht.

Bei vielen technischen Konstruktionen spielen Dichtungen als Fügeelemente für die Funktionsfähigkeit eine entscheidende Rolle. Neben dem Toleranzausgleich von Komponenten verhindern sie unerwünschte Wechselwirkungen zwischen Bauteilinnenräumen und der Umgebung. Bei näherer Betrachtung erkennt man meist, dass die Anforderungen an eine optimale Dichtung allerdings sehr komplex sind. Schutz vor Feuchtigkeit und Schmutz, Verhinderung von Medienaustritt oder -eindringen sind nicht nur für die Funktion eines Bauteiles oder Gerätes unabdingbare Voraussetzung, sie sind auch sicherheits- und umweltrelevant. Und natürlich müssen die konstruktive Auslegung der Dichtung und das Material optimal auf die Einsatzbedingungen abgestimmt werden. Das trifft insbesondere für Flüssigdichtungen (FIPG) zu, die i.d.R. auf geometrisch komplexe Konstruktionen aufgebracht werden. Komplexer wird es auch dadurch, dass die Anforderungen an Dichtungen seit Jahren stetig zunehmen. Neben erhöhter thermischer Belastung, insbesondere thermischer Wechsellast, stellen neue Betriebsmedien wie Kühlschmiermittel, Treibstoffe, Schmier- und Reinigungsmittel erhöhte Anforderungen an Material und praxisgerechte Konstruktion. So ist z.B. eine Dichtung, die über Jahre einem rein mineralölbasierten Dieseltreibstoff standgehalten hätte, nach kurzer Zeit im Kontakt mit Biodiesel aufgequollen. Ganz besonders sind wasserbasierende Kühlschmiermittel zum „sealing engineers nightmare“ geworden. Neue Einsatzgebiete im Bereich von Verfahrenstechnik und Energieerzeugung bringen weitere Herausforderungen.