Beschichten, behandeln, kennzeichnen

O-Ringe, teilweise beschichtet (Bild: seals’n’finishing)

30.10.2019 Beschichten, behandeln, kennzeichnen

Die passende Veredelung für elastomere Dichtungen finden

von Dipl.-Wirt. Ing. (FH) Simone Frick (seals'n'finishing - Simone Frick)

Dichtungen müssen neben ihrer Dichtfunktion weitere Anforderungen erfüllen. Stellt sich z.B. die Aufgabe, für ihre Montagefreundlichkeit oder für eine sinnvolle Kennzeichnung zu sorgen, steht man vor einer Vielzahl von Lösungsmöglichkeiten. Doch wo soll man anfangen, was gilt es zu beachten? Kann eine Beschichtung, Behandlung oder Markierung einfach als Katalogware bestellt werden? Wer sich nicht auskennt, greift hier besser auf Beratungsdienstleistungen zurück. Das spart Geld und schützt vor Überraschungen.

Als Anwender von Elastomerdichtungen steht man oft vor der Aufgabe, die Eigenschaften der Dichtungen verbessern zu müssen. Hier gibt es eine Vielzahl von Szenarien:
• Die Dichtungen kleben in der Verpackung aneinander und können nur schwer vereinzelt werden.
• Montagekräfte müssen reduziert werden, weil eine effiziente Montage nicht möglich ist oder die Dichtung im Fügeprozess beschädigt wird.
• Stick-Slip-Effekte (Ruckgleiten) sollen bei Bewegung verhindert werden.
• Ventile müssen sich einfach verstellen lassen.
• Verklebungen von Dichtungen mit der Gegenlauffläche nach Stillstandzeiten sind zu verhindern.
• Die Reibkräfte im dynamischen Einsatz der Dichtung sind zu reduzieren, um damit die Lebensdauer durch geringeren Abrieb zu erhöhen.

Das sind nur einige der Probleme, die es in der Praxis regelmäßig zu lösen gilt. Sie alle hängen mit den hohen Reibkoeffizienten von Elastomeren zusammen. Des Weiteren steht oft die Anforderung im Raum, die Verwechslungsgefahr ähnlicher Dichtungen in Montageprozessen zu eliminieren. Auch ist die   Detektion von Dichtungen nach einer automatischen Montage oft unentbehrlich. Die eingebauten Dichtungen werden an einer automatischen Prüfstation per Kamera identifiziert. Doch können mit Ruß gefüllte, und damit schwarze Elastomerdichtungen, oft von den Kameras in dunklen Gehäusen nicht identifiziert werden. Und schlussendlich werden zwischenzeitlich auch an Dichtungen hohe Sauberkeitsanforderungen gestellt. Dabei stehen Verunreinigungen, wie z.B. lackbenetzungsstörende Substanzen oder Partikel im Zentrum der Aufmerksamkeit.