3D-Druck – mit Weitblick und definiertem Ende

Vor dem 3D-Druck muss man keine Berührungsängste haben (Bild: Adobestock_ fotofabrika)

10.03.2020 3D-Druck – mit Weitblick und definiertem Ende

Eine Herangehensweise, um die additive Fertigung clever einzusetzen

Wer heute für Dichtungen und Formteile den 3D-Druck einsetzen will, betritt in vieler Hinsicht Neuland. Das bedeutet aber nicht, dass Projekte ein offenes Ende haben müssen und/oder zur Spielwiese werden.

Eine neue Fertigungstechnologie wie der 3D-Druck verlangt ein neues Zusammenspiel von Menschen, Maschinen, Orten und Abläufen. Der erfolgreiche Einsatz eines industriellen 3D-Druckers sowie die Realisierung von 3D-gedruckten Bauteilen setzt also eine andere Denk- und Herangehensweise voraus, als dies mit bekannten traditionellen Fertigungsverfahren für Dichtungen und Formteile der Fall ist. Trotzdem ist die Berücksichtigung der additiven Fertigung (3D-Druck) bei bekannten, eher schwierigen Fertigungsproblemen oder bei neuen Produkten i.d.R. ein großer Gewinn für alle Beteiligten.

Um jedoch aus der bekannten, traditionellen Entwicklungs- und Fertigungswelt auszubrechen, ist es wichtig, sich dieser zwar nicht neuen, aber in der Praxis noch zu unbekannten Fertigungstechnologie grundsätzlich zu öffnen. Man muss bereit sein, neue Wege zu gehen, damit man überhaupt eine 3D-gedruckte Lösung kreieren kann. Denn wie immer bei Dichtungen und Formteilen steht auch beim 3D-Druck die Anwendung an erster Stelle und das Aussuchen der richtigen Technologie folgt. Diese Herangehensweise ist deshalb so wichtig, da es für viele Anwendungsfelder unterschiedliche Drucktechnologien gibt und mit einer Drucktechnologie nicht alle Anwendungen umsetzbar sind. Es geht also weniger darum, eine gute oder schlechte Drucktechnologie zu finden, sondern eher darum, die Drucktechnologie zu finden, die zur Anwendung passt und ihre Funktion gewährleistet. Grundsätzlich ist zu beachten, dass 3D-Druck meist dann interessant wird, wenn man über neue Lösungen nachdenkt oder bei bestehenden Lösungen, die bereits mit traditionellen Fertigungsverfahren umgesetzt wurden, mehr Individualität (Varianten) und Flexibilität, kleinere Stückzahlen oder eine Funktionserweiterung hinzukommen soll. Dazu kommt, dass zunehmend moderne Dichtungsgeometrien mit klassischen Verfahren einfach nicht mehr zu fertigen sind. Die größte Hebelwirkung erzielt der 3D-Druck, wenn bei neuen Herausforderungen von Beginn an neu gedacht werden kann, dabei viel Geld und Zeit eingespart wird und die Innovationskraft im Unternehmen dadurch steigt.