Aktives Dichtsystem für GFK-Rohrleitungen

Dichtsystem novaline 910 (Bild: Frenzelit GmbH)

17.07.2018 Aktives Dichtsystem für GFK-Rohrleitungen

Das neue Dichtsystem novaline 910 von Frenzelit zeichnet sich – im Vergleich zu herkömmlichen Dichtungen – durch ein aktives Ausgleichsvermögen der für GFK-Flansche unvermeidlichen Setz- bzw. Kriechwege aus. Häufiges und regelmäßiges Nachziehen der Flansche entfällt, gleichzeitig werden die Dichtigkeit und somit die Anlagensicherheit auf ein höheres Niveau gehoben.

Insbesondere für aggressive Medien sind Rohrleitungssysteme aus z.B. glasfaserverstärkten Kunststoffen (GFK) ein wichtiger Bestandteil in der heutigen Prozesstechnik. Sie zeichnen sich nicht nur durch die erforderliche chemische Beständigkeit gegenüber den zu fördernden Medien, sondern auch durch eine konkurrenzlose Leichtbauweise und flexible Leitungsführung aus. Der Betrieb von Anlagen im üblichen Temperaturbereich zwischen RT und ca. 80 °C gilt allgemein als erprobt und bewährt. Wo Licht ist, gibt es auch Schatten. In diesem Fall bezieht sich diese Aussage auf die Langzeitstabilität der Dichtverbindung. Vor allem bei Temperaturen ab ca. 50 °C zeigen GFK-Flansche nennenswertes Kriechen und Setzen, wobei es sich um eine systematische Schwäche handelt. Die Folge:  Schraubenvorspannkräfte und somit die Flächenpressung auf der Dichtung fallen unzulässig weit ab. Das Dichtsystem wird undicht – selbst bei flüssigen Medien – und es kommt zu Produktionsausfällen. Die Anlagensicherheit kann nicht mehr gewährleistet werden.

Das neue Dichtsystem besteht aus drei verschiedenen Komponenten, die unterschiedliche Aufgaben wahrnehmen. Die außen liegende PTFE-Hülle samt Diffusionssperren sorgt sowohl für die chemische Beständigkeit als auch für eine hohe Dichtigkeit der Dichtung.  Die darunter liegende Polymerfeder aus novapress 850 ermöglicht eine hohe Anpassungsfähigkeit an die Flanschoberfläche. Die innen liegende Tellerfeder sorgt für eine nennenswerte Rückfederung des Gesamtsystems, um auch ein hohes Setzen der Flansche ausgleichen zu können. Die Federkraft der Tellerfeder ist speziell auf die jeweilige Nennweite des GFK-Flansches  abgestimmt.

Im Ergebnis kann novaline 910 – je nach Nennweite – bis zu 1 mm Setz- bzw. Kriechweg kompensieren und hält dabei niedrige Leckagewerte von ca. 10-4 mg/s/m ein (gemessen mit 16 bar Innendruck). Das regelmäßige Überprüfen und Nachziehen der Flansche entfällt und Wartungsintervalle werden deutlich verlängert. Gleichzeitig erhöht sich die Betriebssicherheit der Anlage.