Zunehmender Engineering-Bedarf

Ebenso schnelle wie maßgeschneiderte Prototypen bzw. Kleinstserienfertigungen werden im Kontext zur steigenden Engineering-Verantwortung für Gesamtsysteme immer wichtiger (Bild: SKF)

19.03.2018 Zunehmender Engineering-Bedarf

Trends bei dynamischen Dichtsystemen

von Dr. Thomas Schwarz (SKF Sealing Solutions Austria GmbH)

Die Entwicklung ist nicht neu – die Einsatzbedingungen einer Branche führen meist zu steigenden und/oder veränderten Anforderungen. Neben bewährten Lösungen sind immer mehr neue und/oder individualisiertere Lösungen die Antwort. Allen gemeinsam ist der zunehmende Engineering-Bedarf und die wachsende Bedeutung der Anbieter als Lösungspartner.

Wir sehen Trends in Richtung geringere Entwicklungszeiten und -kosten, Reduktion von Reibung sowie steigende Anforderungen durch die zunehmende Leistungsdichte von Anlagen, was u.a. zu höheren Drücken, Geschwindigkeiten und Temperaturen führt. Insbesondere werden durch strengere Chemikalien-Richtlinien (z.B. REACH) neue Herausforderungen an Dichtsysteme gestellt. Das betrifft die Reglementierung und damit den Ein- bzw. Ersatz diverser chemischer Rohstoffe für die Compound-Formulierung sowie die Änderung weiterer Komponenten des tribologischen Systems (z. B. biologisch abbaubare Schmierstoffe oder den Ersatz von hartverchromten Gegenlaufflächen durch für Dichtungswerkstoffe aggressivere Beschichtungen). Zudem erwarten die Anwender bessere Prognosen der Lebensdauer und deren weitere Steigerung.

Insbesondere die Reduktion von Reibung und Verschleiß der Dichtungswerkstoffe erfordert von Anbietern eine Kernkompetenz im Bereich R&D. Auf Basis unseres umfangreichen Know-hows haben wir z.B. optimierte Dichtungswerkstoffe entwickelt, die bei schwierigsten Schmierungsbedingungen (Offshore-Hydraulik/keramisch beschichtete Gegenlaufflächen) ein exzellentes Reibungs- und Stick-Slip-Verhalten aufweisen und zugleich äußerst verschleißfest sind. In puncto „Reduktion von Entwicklungszeiten und -kosten“ haben wir mit der gedrehten Dichtung (per SKF SEAL JET®), zzgl. Serienfertigung im klassischen Spritzgießverfahren, einen Prozess entwickelt, mit welchem den Kunden sehr schnell Prototypen und Serien-Dichtungen mit identischen Spezifikationen geliefert werden können. Mit der Kenntnis des gesamten Dichtungsentwicklungs- und Fertigungsprozesses können wir so für immer komplexere Dichtungslösungen immer mehr Engineering-Verantwortung übernehmen.

Dr. Thomas Schwarz, Geschäftsführer, SKF Sealing Solutions Austria GmbH und Leiter Forschung & Entwicklung, Industrial Seals, SKF
„Ein Trend ist die Übertragung von Detailkonstruktionen und Dichtsystem- Auslegungen auf den Dichtungshersteller – inkl. der damit größeren Engineering-Verantwortung für das Gesamtsystem.“ Dr. Thomas Schwarz, Geschäftsführer, SKF Sealing Solutions Austria GmbH und Leiter Forschung & Entwicklung, Industrial Seals, SKF