„Zum Standort Deutschland gibt  es für uns keine Alternative.“

Modernste Maschinentechnik aus Deutschland für die Produktion in Deutschland – die neue 3-Etagen-Presse (Bild: Wickert)

10.09.2020 „Zum Standort Deutschland gibt es für uns keine Alternative.“

Trends, kundenspezifische Anforderungen und neue Sourcing-Strategien verändern Märkte für moderne Materialien und Halbzeuge

von Emmy van Eecke (Cooper Standard Technical Rubber GmbH), Dr. Birgit Meuret-Hoppner (Cooper Standard Technical Rubber GmbH), Bernd Hellmann (Cooper Standard Technical Rubber GmbH)

Es macht Sinn, die komplette Wertschöpfungskette – Entwicklung, Produktion (Mischen, Extrusion, Vulkanisation) und Qualitätssicherung – an einem Standort in Deutschland zu konzentrieren. Dieser Standpunkt war angesichts der Globalisierungstendenzen der letzten Jahre eher ungewöhnlich, hat sich aber für Cooper Standard Technical Rubber GmbH bewährt. Über Hintergründe und Perspektiven sprach DICHT! mit Emmy van Eecke, Senior Account Managerin, Bernd Hellmann, Account Manager, und
Dr. Birgit Meuret-Hoppner, Senior Chemist.

Bei einer Fertigung in Deutschland steht als Erstes die Frage im Raum: Lassen sich hier vernünftige Produktpreise realisieren?

Van Eecke: Natürlich ist und bleibt der Preis für Materialien und Halbzeuge ein zentrales Thema. Ob allerdings der reine Stückpreis den Stellenwert, den er in der Vergangenheit innehatte, behalten wird, bleibt abzuwarten. Billige Produkte kommen heute überwiegend aus Asien und hier standen viele Anwender in den letzten Monaten vor dem Problem, dass die benötigten Teile nicht geliefert werden konnten. Das wird zu einem nachhaltigen Überdenken der Sourcing-Strategien führen.

Ein anderer Aspekt ist aber viel wichtiger: Hightech-Produkte erfordern Hightech-Materialien und eine entsprechende Qualität. Vor dem Hintergrund setzen immer mehr Unternehmen auf eine Gesamtkostenbetrachtung anstatt auf den „billigsten“ Stückbeschaffungspreis mit schwer spezifizierbaren, aber unter Umständen hohen Folgekosten. Denn letztendlich zählt die Wirtschaftlichkeit eines Produktes oder einer Anlage – und auf diese haben Standzeiten und Performance einer Dichtung eben einen hohen Einfluss.

Auch sonst ist auf dem Dichtungs- und Formteilmarkt vieles in Bewegung. Welche Trends und Entwicklungen sind für Sie derzeit die zentralen Treiber?

Dr. Meuret-Hoppner: Das sind ganz unterschiedliche – so führen z.B. seit Jahren die steigenden Leistungs- und Qualitätsanforderungen an Dichtungen und Formteile dazu, dass es immer weniger Standard, dafür aber mehr individuelle Lösungen gibt. Maßgebend sind hier kundenspezifische Anforderungen und gesetzliche Vorgaben.

Emmy van Eecke, Senior Account Managerin, Cooper Standard Technical Rubber GmbH
„Eine Ressourcenkonzen­tration in Europa macht Sinn, um den steigenden Leistungs- und Qualitätsanforderungen an Halbzeuge aus den verschiedensten Werkstoffen und Compounds quer durch alle Branchen Rechnung zu tragen.“ Emmy van Eecke, Senior Account Managerin, Cooper Standard Technical Rubber GmbH
Dr. Birgit Meuret-Hoppner, Senior Chemist, Cooper Standard Technical Rubber GmbH
„Unser Konzept kombiniert Entwicklungs­kompetenz, Branchenerfahrung, Werkstoff- und Verarbeitungs-Know-how für die Lösungen von heute und morgen.“ – Dr. Birgit Meuret-Hoppner, Senior Chemist, Cooper Standard Technical Rubber GmbH
Bernd Hellmann, Account Manager, Cooper Standard Technical Rubber GmbH
„Wir investieren genau zur richtigen Zeit, nicht nur, weil Anwender in Europa Alternativen zu Global-Sourcing-Strategien brauchen.“ Bernd Hellmann, Account Manager, Cooper Standard Technical Rubber GmbH