Werkstoff-Know-how wird immer wichtiger

Dichtungen aus der CNC-Fertigung für die unterschiedlichsten Anforderungen (Auswahl HPUs) (Bild: xpress seals GmbH)

27.03.2017 Werkstoff-Know-how wird immer wichtiger

Leistungsfähige, dynamische Dichtsysteme aus der CNC-Fertigung

von Michael Muelner (xpress seals GmbH)

Die Auswahl des richtigen Werkstoffs für dynamische Dichtsysteme wird immer schwieriger. Leistungsfähige CNC-Fertiger sind vor diesem Hintergrund Lösungspartner für Anwender, wenn sie neben Fertigungs- auch Werkstoffkompetenz und Erfahrung einbringen können. Letztere Aspekte gewinnen dabei immer mehr an Bedeutung.

Hier ist die dynamische Dichtlippe dünner, dort die statische dicker. Auf der einen Seite hat sie einen tiefen Einstich, auf der anderen Seite einen kürzeren. Dazu kommen die Experimente mit unterschiedlichen Werkstoffen: Wie verhält sich die gewünschte Dichtung im Werkstoff Nitrilkautschuk, wie in der Ausführung mit Polyurethan?

Mit Werkstoffkompetenz steigenden Anforderungen Rechnung tragen CNC-Fertiger liefern heute Dichtungsteile aus hochqualitativen Standardwerkstoffen sowie aus verschiedenen PTFE-Compounds, PEEK, Compounds von Polyamiden und -imiden, PETP u.v.m. Dabei sind viele Werkstoffe verfügbar, die sich auch in Branchen mit speziellen Anforderungen, wie z.B. dem Lebensmittelbereich, einsetzen lassen. Die gängigsten Werkstoffe sind aktuell ein wasserstabiles rotes PU mit einer Shorehärte von 95 A und schwarzes PU mit 70 D, NBR mit 85 Shore A, reines weißes lebensmittelkonformes PTFE und ein PTFE-Compound mit 40% Bronze. Über die jahrelange Erfahrung haben sich in enger Abstimmung mit Anwendern auch „Standardwerkstoffe“ entwickelt, z.B. ein PTFE-Compound, gefüllt mit 23% Kohle und 2% Grafit. Aktuell werden immer mehr Lösungen für höchste Anforderungen gesucht. Dazu zählen z.B. Tieftemperaturanwendungen. Hier haben sich – abgesehen von PTFE und PTFE-Compounds – auch TT-NBR (Tieftemperatur-NBR) mit 85 Shore A und TT-PU (Tieftemperatur-Polyurethan) mit einer Härte von 94 Shore A bewährt, die sich bis zu -50 °C einsetzen lassen.

Ein weiteres Thema sind lebensmittelkonforme und für Trinkwasser-Anwendungen geeignete Elastomere. Auch hier gibt es heute Lösungen, die als Großdichtung schnell zur Verfügung stehen.