TPE-Formteile und Dichtungen wirtschaftlich und effizient gestalten

Im Lebensmittelbereich gelten mit die umfangreichsten Anforderungen für Dichtungslösungen (Bild: ACTEGA DS)

31.10.2017 TPE-Formteile und Dichtungen wirtschaftlich und effizient gestalten

Verarbeitungsverfahren speilen eine wichtige Rolle

von Florian Schindler (ACTEGA DS GmbH)

Vor der Entscheidung über die Wahl des Produktionsverfahrens bei der Herstellung von Produkten aus Kunststoff steht oft ein „Ja, aber“. Zahlreiche Designmöglichkeiten und wirtschaftliche Konfektionsmöglichkeiten stehen den Investitionen in neue Maschinen gegenüber. Manche scheuen die erwarteten hohen Kosten und bleiben vorerst beim 1K-Spritzguss. Dabei ist es wie so oft: Es kommt entscheidend auf das zu verwirklichende Produkt an, um die optimale Entscheidung für die dafür wirtschaftlichste Technologie zu treffen.

Das Mehrkomponentenspritzgießen bietet die Möglichkeit, Eigenschaften verschiedener Kunststoffe, Kunststoffmodifikationen oder unterschiedlicher Farben in einem Formteil zu vereinen. Es ist ein Fertigungsverfahren, um multifunktionale Bauteile in einem Arbeitsschritt – ohne größere Nacharbeit – herzustellen. Durch das sequenzielle Zusammenbringen mehrerer Polymere in einem Werkzeug lassen sich die Eigenschaften verschiedener Kunststoffe – z.B. Hart/Weich-Verbindungen – oder unterschiedliche Farben in einem Arbeitsgang vereinen. Es wird i.d.R. zunächst die harte Komponente geformt, dann ein weiches Element direkt auf die harte Komponente aufgespritzt. Beim Überspritzen mit einer Weichkomponente wird die Oberfläche der Hartkomponente erweicht, sodass eine Diffusion der Moleküle aus der Grenzschicht stattfinden kann. Diese ist u.a. für die Qualität einer solchen Verbindung verantwortlich. Die Folge: Eine stoffschlüssige, haftende, permanente Verbindung der Kunststoffkomponenten und damit eine hohe Verbundfestigkeit. Diese Art von Urformung birgt ein großes Potentzial bezüglich Kostenoptimierung und Rationalisierung in sich.