Rote Linien für die „grünen Linien“

Die Linie zwischen Chemie und Ökologie (Bild: Drei Bond GmbH)

10.02.2021 Rote Linien für die „grünen Linien“

Ein Plädoyer für den realistischen Umgang im Hinblick auf die Nachhaltigkeit von Klebstoffe

von Christian Eicke (DREI BOND GmbH), M. Sc. Johanna Storm (DREI BOND GmbH), Dr. Florian Menk (DREI BOND GmbH)

Grün ist en vogue – Green Washing bei vielen Produkten inzwischen ein Problem. Warum? – Weil es den realistischen Blick auf eine Thematik vernebelt. Bei Klebstoffen sollte das nicht passieren.

In Zeiten von Corona-Krise, Klimawandel und Umweltschutzdebatten bekommen die Gesundheit des Menschen sowie der Schutz der Umwelt anscheinend oberste Priorität – sowohl im privaten wie auch im wirtschaftlichen Umfeld. Aus allen Branchen versprechen uns Marketing-Kampagnen besonders umweltfreundliche, klimaneutrale und gesundheitsfördernde Produkte. Ihr Erwerb zielt auf ein gutes Gefühl ab. Klassische Vertreter sind derzeit E-Fahrzeuge, Bio-Lebensmittel und regionale Produkte im Supermarkt oder zu 100% recycelbare Verpackungen etc. Dabei werden neben diversen Zertifizierungen immer wieder die gleichen Begriffe verwendet, die wie ein Lockmittel für den Kunden bzw. Anwender wirken: „CO2- neutral“, „nachhaltig“, „biologisch abbaubar“, „regional“, „grün“ ... – kombiniert mit Bildern von Bäumen, Pflanzen und Bienen. Insbesondere die Farbe Grün wird gerne als direkter Eye-Catcher verwendet, gemäß dem Motto: Was grün aussieht, kann nur gut für die Umwelt und den Menschen sein. So ist es nicht verwunderlich, dass aus allen Ecken „grüne“ Produktlinien auf den Markt gebracht werden. Unter dem Begriff „Green Line“ findet man z.B. Nahrungsergänzungsmittel, Naturböden, besonders umweltfreundliche Waschmittel oder Befestigungsprodukte aus mindestens 50% nachwachsenden Rohstoffen. Ebenso gibt es eine Vielzahl analoger Produktlinien, die die Bezeichnungen „eco“, „nature“ oder Ähnliches im Namen tragen.