Komplexität ist die zentrale Herausforderung

Klebtechnische Prozessabsicherung mittels DIN 2304 (Bild: Fraunhofer IFAM)

20.06.2016 Komplexität ist die zentrale Herausforderung

Die Bewertung der Möglichkeiten und der richtige Einsatz der Klebetechnik setzt viel Wissen voraus

von Dipl.-Ing. (FH) Andrea Paul (Fraunhofer IFAM)

Diese Technologie hat trotz ihrer rasanten Entwicklung immer noch ein beachtliches Potenzial in ganz  unterschiedlichen Bereichen. Im Fokus steht derzeit die prozesssichere Beherrschung dieser Technologie – ganz gleich, wie die Vielzahl von Klebstoffen aufgebracht wird. Der Wunsch nach wiederlösbaren  Klebverbindungen wird zwar immer wieder geäußert, marktreife Lösungen scheinen aber nicht in Sicht.

Eine der wichtigsten aktuellen Entwicklungen ist die DIN 2304 „Klebtechnik – Qualitätsanforderungen an Klebprozesse“, die mit Wirkung zum März 2016  veröffentlicht worden ist. Sie gilt für alle Klebungen mit der Hauptfunktion der Übertragung mechanischer Lasten, lässt sich aber ebenso für Klebungen einsetzen, deren Hauptfunktion das Dichten ist. Die DIN 2304 beschreibt den Stand der Technik und ist auf alle Branchen anwendbar. Das heißt, dass sie nach einer angemessenen Übergangszeit in den Betrieben umgesetzt werden sollte.

Auf die Betriebe, die Klebtechnik einsetzen, kommen mit der DIN 2304 neue Herausforderungen zu. Es beginnt damit, dass alle Klebverbindungen in  Sicherheitsklassen eingestuft werden müssen, da diese Klassen die Qualitätsanforderungen für den gesamten Klebprozess vorgeben. Die Sicherheitsklassen sind abhängig von dem Risiko, das von einem etwaigen Ausfall der betrachteten Klebverbindung ausgeht. Sind im Betrieb sicherheitsrelevante Klebungen vorhanden, liegt die Herausforderung darin, ein auf den Betrieb und das verwendete Qualitätsmanagement-System passendes Konzept zu entwickeln, um die klebtechnisch bedeutsamen Aspekte abzusichern – von der Planung der zu verwendenden Materialien über die eigentliche klebtechnische Fertigung bis hin zur potenziellen Reparatur des Produktes.

Für die Einführung der neuen Norm in den jeweiligen Betrieb ist langjährige Erfahrung mit klebtechnischen Prozessen und der dazugehörigen Qualitätssicherung von Vorteil. Wir bieten – neben umfangreichen Beratungsleistungen – eine umfassende Unterstützung in allen Bereichen an, die von der Einführung und der praktischen Umsetzung der DIN 2304 betroffen sind.

Dipl.-Ing. (FH) Andrea Paul, wissenschaftliche Mitarbeiterin für klebtechnische Fertigung, Fraunhofer- Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM
„Die DIN 2304 fordert von Anwendern ein umfassendes Qualitätsmanagement-Konzept. Das ist komplex, aber auch notwendig, um Klebtechnik sicher zu beherrschen.“ Dipl.-Ing. (FH) Andrea Paul, wissenschaftliche Mitarbeiterin für klebtechnische Fertigung, Fraunhofer- Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM