Klebebänder nicht unterschätzen

Klebebänder sind eine Alternative Kleberaupen – zum Beispiel bei der Trockenverglasung (Bild: VITO Irmen GmbH & Co. KG)

31.10.2020 Klebebänder nicht unterschätzen

Vorurteile, Perspektiven, Praxis

von Fabrizio Malek (VITO Irmen GmbH & Co. KG)

Im Alltag begegnen uns Klebebänder in den verschiedensten Formen. Sie sind schnell zur Hand, wenn man etwas verpacken, befestigen oder reparieren will. Das prägt auch den Blick für ihren industriellen Einsatz und beeinflusst auch die Auseinandersetzung mit dieser Technologie für fügetechnische Projekte.

In vielen Bereichen sind doppelseitige Klebebänder (Bild 1) viskosen Klebstoffen oder mechanischen Verbindungen ebenbürtig. Trotzdem wird Klebebändern im Vergleich zu den gängigen Fügelösungen nicht zugetraut, gleichwertige und dauerhafte Klebungen zu erzielen. Bei der Wahl der geeigneten Verbindungslösung ist dies das zentrale Vorurteil gegenüber Klebebändern. Doch woher kommt diese Einstellung?

Als Endverbraucher kommen wir nur selten mit Hochleistungs-Klebebändern in Berührung. Privat sind wir gewohnt, dass Klebebänder ein günstiges Verbrauchsmaterial sind. Tatsächlich werden auch über 65% der weltweit verwendeten Klebebänder für einen temporären Verwendungszweck genutzt, z.B. zum Verschließen von Versandkartons. Dabei übersehen wir offenkundig all jene funktionalen Klebe- und Dichtbänder, die unsichtbar im Auto und Handy eingesetzt oder auch in Gebäuden verbaut werden. Dort sorgen diese nicht nur für eine zuverlässige Verbindung der Fügepartner, sie erfüllen auch weitere wichtige Aufgaben, wie die Vermeidung von Wärmebrücken, die Abdichtung gegen Zugluft zwischen Konstruktionselementen oder die als Diffusionssperre gegen Feuchtigkeit. Auch können Klebebänder Funktionen wie Korrosionsschutz, Vibrationsdämpfung oder Spannungsausgleich übernehmen und verbleiben im eingebauten Zustand über die gesamte Produktlebensdauer.