Haftklebebänder richtig einsetzen

Einseitiger Aufbau eines Haftklebebandes (Bild: Lohmann GmbH & Co. KG)

31.10.2020 Haftklebebänder richtig einsetzen

Ein Leitfaden für die praktische Anwendung

von Peter Harendt (Lohmann GmbH & Co. KG)

Haftklebebänder sind eine Technologie, die gerne bei der Prüfung von Optionen für Projekte gerne übersehen werden. Dabei haben sie – richtig eingesetzt – ein erhebliches Potenzial, zumal diese Technologie kontinuierlich weiterentwickelt wird.

Eine wesentliche Voraussetzung für den erfolgreichen Einsatz von Haftklebebändern ist ihre qualitative Verwendung und Verarbeitung. Neben dem zentralen Aspekt der generellen Auswahl von Haftklebstofftypen und der Erarbeitung von anwendungsbezogenen Verarbeitungsanleitungen für den Kleber (ausführendes Personal) sollten die Qualitätsanforderungen in der Haftklebeanwendung für permanente klebtechnische Verbindungen gemäß z.B. Richtlinie DVS 3320-2 (Qualitätsanforderung in der Haftklebebandanwendung für permanente klebtechnische Verbindungen) beachtet werden.

Oberflächenvorbereitung nicht vernachlässigen

Eine wichtige Einflussgröße für eine funktionsgerechte Verklebung ist die optimale Vorbereitung der Fügepartner, damit geforderte Klebkräfte aufgebaut werden können. Um eine optimale Haftung zu erzielen, müssen die zu klebenden Oberflächen sauber, trocken und fettfrei sein. Die Reinigung der Oberfläche hat daher die Aufgabe, anhaftende Stoffe wie Öle, Fette und Wachse, Formtrenn- mittel, Staub etc. zu entfernen. Als Reinigungsmittel stehen heute organische Lösemittel für die unterschiedlichen Verschmutzungsarten zur Verfügung (Tabelle 1). Zur Reinigung der Oberflächen sollte man nur saubere Tücher unter Verwendung von materialverträglichen Lösemitteln, wie Benzine, Alkohol, Ester oder Ketone, benutzen. Tücher sind häufig zu wechseln. Alle Lösemittel müssen rückstandsfrei abdampfen, bevor geklebt wird. Zuvor ist die Lösemittelbeständigkeit des zu klebenden Werkstoffes zu prüfen. Grundsätzlich gilt für alle Reinigungsmittel, dass die relevanten Sicherheitsdatenblätter der Einsatzstoffe zu berücksichtigen sind.