„Dichtungen selbst zu schneiden, hat viele Vorteile für uns“

Das Wasserstrahlschneidesystem von STM erleichtert die Wartung und Entwicklung neuer Anlagen für die Umwelttechnik mit geringen Losgrößen (Bild: Geltz Umwelttechnologie GmbH)

17.09.2018 „Dichtungen selbst zu schneiden, hat viele Vorteile für uns“

Wasserstrahlschneidetechnik im Einsatz bei einem Sondermaschinenbauer

von Ulrich Geltz (Geltz Umwelttechnik GmbH)

Dichtungen beschafft man. Diese Aussage würden viele Maschinenbauer bestätigen. Nicht so Ulrich Geltz, Geschäftsführer der Geltz Umwelttechnologie GmbH, der sich aus verschiedenen Gründen entschieden hat, u.a. seine Dichtungen per Wasserstrahlschneidetechnologie selber herzustellen.

Warum fertigen Sie Ihre Dichtungen überwiegend selbst, anstatt sie zu kaufen?
Geltz: Wir sind Sonderanlagenbauer, d.h. die von uns hergestellten Anlagen sind normalerweise Einzelstücke. Und das bringt auch für Dichtungen ganz unterschiedliche Anforderungen und geringe Stückzahlen mit sich. Unsere Umwelttechnikanlagen sind für unterschiedliche Flüssigkeiten und/oder Gase ausgelegt und arbeiten mit unterschiedlichsten Temperaturen und Drücken. Zudem müssen wir – je nach Anlage – werkstoffseitig umfangreiche Vorgaben erfüllen. Wir haben z.B. gerade eine Anlage ausgeliefert, in der ein (weltweit) standardisiertes Fischwasser hergestellt wird. Diesem Wasser werden in verschiedenen Konzentrationen Testchemikalien präzise automatisiert beigemischt, um in Langzeitversuchen die Auswirkungen auf Fische zu erforschen. Wir durften keine Materialien verwenden, die selbst endokrin wirksame Stoffe abgeben, also, wie z.B. Weichmacher, den Stoffwechsel der Fische verändern oder mit den eingesetzten Chemikalien reagieren. Das würde die Versuche verfälschen. Darüber hinaus müssen wir bei der Anlagenkonstruktion – neben den Verfahrensparametern – den für die Anlage zur Verfügung stehenden Aufstellungsraum, eine möglichst kostengünstige Fertigung sowie eine gute Zugänglichkeit für die Wartung berücksichtigen. Deshalb ist in vielen Fällen der Einsatz handelsüblicher Komponenten nicht möglich und das reicht bis zu Formteilen und Dichtungen.

Welchen dichtungstechnischen Trends müssen Sie in der Umwelttechnik Rechnung tragen?
Geltz: An erster Stelle steht immer die Funktionalität der Dichtung. Natürlich versuchen wir, wenn möglich, auf problematische Stoffe wie Fluorverbindungen zu verzichten. Allerdings gelingt das häufig nicht, weil uns die Einsatzstoffe in unseren Anlagen oft keine Wahl lassen.

Ulrich Geltz, Geschäftsführer, Geltz Umwelttechnologie GmbH
Da wir viele Bauteile aus den unterschiedlichsten Materialien selbst fertigen, ist ein modernes Wasserstrahlschneidesystem optimal für uns.“ Ulrich Geltz, Geschäftsführer, Geltz Umwelttechnologie GmbH