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09.09.2026 Biobasierte Werkstoffe: Realität oder Zukunftsmusik?
Aktuelle Einschätzungen zu biobasierten Materialien, ihrer Bewertung und ihrem Praxiseinsatz
Biobasierte Dichtungswerk- und Klebstoffe gewinnen zunehmend an Bedeutung – doch zwischen Nachhaltigkeitsanspruch und technischer Realität liegen noch einige Herausforderungen. Während erste Lösungen mit biobasierten oder recycelten Rohstoffen bereits marktreif sind, fehlen insbesondere für Hochleistungsanwendungen häufig noch geeignete Alternativen. Einig sind sich die Branchenvertreter: Entscheidend ist nicht allein der biobasierte Anteil eines Werkstoffs, sondern das Zusammenspiel aus Umweltverträglichkeit, Performance und Wirtschaftlichkeit. Welche Fortschritte bereits erzielt wurden, wo die größten Hürden liegen und welche Entwicklungen die Zukunft nachhaltiger Dichtungslösungen prägen werden, zeigen die Einschätzungen der Unternehmen.

„Für uns beginnt jede Werkstoffentscheidung mit der technischen Leistung. Biobasierte Dichtungswerkstoffe sind strategisch relevant, weil sie dazu beitragen können, die CO₂-Bilanz von Anwendungen zu verbessern, ohne Abstriche bei Zuverlässigkeit, Sicherheit und Lebensdauer zu erfordern.“ Dr. Maike Khosrawi, Manager Material Research, Technology & Innovation, Trelleborg Sealing Solutions

„Ein wichtiger Beitrag zur Nachhaltigkeit kann über die Auslegung geleistet werden. Ein O-Ring aus dem richtigen Werkstoff, der lange hält und nicht vorzeitig ausfällt, verhindert Leckagen und Produktionsstillstände und schützt die Umwelt davor, dass Medien austreten, die nicht in die Natur gelangen sollten.“ Luke Williams, NH O-RING GmbH & Co. KG

„Biobasierte Polyole kommen bereits in zahlreichen Polyurethan-Systemen zum Einsatz und vereinen ökologische Verantwortung mit hohen technischen Anforderungen.“ Philipp Linsenmayer, Head of Laboratory Sealing Systems, RAMPF Advanced Polymers

„Rein biobasierte, langzeitig chemisch beständige und dauerhaft elastische Dichtstoffe mit höchster Haftung oder weiteren Eigenschaften wie Recyclingfähigkeit bzw. biologischer Abbaubarkeit widersprechen sich in vielen Bereichen so deutlich, dass die Realisierung solcher Stoffe nicht absehbar ist .“ Michael Bosse, Key Accound Manager, Caparol Industrial Solutions GmbH

„Biobasierte Dichtungswerkstoffe gewinnen an Bedeutung, weil die Anwendenden zunehmend CO2-Fußabdruck und Rohstoffherkunft hinterfragen. Anfragen zu Materialsubstitution sind aber bei uns noch selten.“ Dr. Arno Maurer, Senior Research Scientist, Ostschweizer Fachhochschule (OST), Polymer Coach

„Unser Rat an Anwendende lautet: Die Auswahl biobasierter Dichtungswerkstoffe sollte immer an den tatsächlichen Einsatzbedingungen erfolgen.“ Harald Nitzschke, CEO ttv technische teile vertrieb GmbH

„Die größten Herausforderungen sehen wir derzeit in der begrenzten Verfügbarkeit geeigneter biobasierter Rohstoffe, deren teilweise schwankender Qualität sowie den höheren Kosten gegenüber etablierten petrochemischen Alternativen.“ Andreas Gehrig, Geschäftsführer, Grüner Kleben GmbH

