Verstärkter Umsatzrückgang bei der deutschen Kautschukindustrie

(Bild: ISGATEC GmbH)

04.03.2019 Verstärkter Umsatzrückgang bei der deutschen Kautschukindustrie

2018 war nach Aussagen des wdk durch ein starkes 1. Halbjahr und von einer deutlich schwächeren Nachfrage in der zweiten Jahreshälfte gekennzeichnet. Im Ergebnis sank der Branchenumsatz 2018 um 2,6% auf 11,44 Mrd. €.

Während die Hersteller von non-automotiven technischen Gummiprodukten sowohl im In- als auch im Ausland Absatz und Umsatz steigern konnten, nahm der Absatz mit automotiven Anwendungen ab. Dies wird u.a. auf den WLTP (Worldwide harmonized Light vehicles Test Procedure), ein weltweit einheitliches Messverfahren zur Bestimmung von Abgasemissionen und Spritverbrauch bei leichten Kfz, zurückgeführt. Durch dessen Einführung sank ab der Jahresmitte die Fahrzeugproduktion in Deutschland spürbar - und das trotz eines positiven Exportgeschäfts. Für die Automobilzulieferer der Branche lief deshalb das vergangene Jahr bezogen auf Absatz und Umsatz ungünstig. Insbesondere im Reifen-Erstausrüstungsgeschäft mit den deutschen Automobilherstellern sank der Stückabsatz bedingt durch die niedrigere Fahrzeugproduktion erheblich. Bei den Produktpreisen machten sich die sinkenden Naturkautschuk-Notierungen bemerkbar.

Positiv bewertet man dagegen die Beschäftigtenentwicklung in der deutschen Kautschukindustrie. Hier konnten die Unternehmen trotz Umsatzrückgangs die Zahl ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leicht ausweiten. Gerade die mittelständischen Hersteller technischer Produkte halten traditionell ihre Mitarbeiter auch in schwierigeren Zeiten. Der Blick auf deutlich steigende Investitionen, bedingt durch die Veränderungen in der Automobilindustrie sowie getrieben von Anforderungen aus der Digitalisierung von Prozessen und Produkten und nicht zuletzt aufgrund deutlich erhöhter Zertifizierungsanforderungen – etwa bei Nachhaltigkeit oder bei IT-Sicherheit –, macht klar, wie wichtig qualifiziertes Personal ist. Außerdem sind viele ausgeschriebene Stellen noch vakant.

Mit wenigen Ausnahmen, wie z.B. Naturkautschuk, liegen die Rohstoffpreise aktuell höher als vor einem Jahr. Dazu kommen massive Verfügbarkeitsengpässe bei Silikon und angespannte Liefersituationen bei CR (Chloropren-Kautschuk) und FKM (Fluorkautschuk).

Für 2019 rechnet der wdk aufgrund des schwachen Vorjahres mit einem Umsatzplus von gut 2% bei den Reifenherstellern. Bei technischen Produkten hängt ebenfalls viel davon ab, wie sich die deutschen Automobilhersteller behaupten können. Aus heutiger Sicht ist daher auch für technische Produkte (automotive und non-automotive) in diesem Jahr ein leichtes Umsatzwachstum zu erwarten.

Lösungspartner

wdk Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie e.V.
wdk Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie e.V.