Hohlräume im Lackbad abdichten

Novaform®-Dichtungen, aufgesteckt auf die Seitentürscharniere (Bild: Innomotive Systems Hainichen GmbH)

07.09.2021 Hohlräume im Lackbad abdichten

Für den Automobilzulieferer ISH hat Frenzelit aramidfasergebunde Dichtpads für Pkw-Türscharniere realisiert. Die Weichstoffdichtung novaform® wird auf der Anschraubfläche zwischen dem Scharnierteil und der Karosserie aufgebracht und dichtet Hohlräume im Lackbad ab.

Die Anschraubfläche des Scharnierteils ist leicht hohl, um eine optimale  Verbindung zu gewährleisten – wäre sie leicht nach außen gewölbt, würde das Scharnier wackeln. In diesem Hohlraum können sich in der Lackierstraße des Automobilherstellers bei der Weiterverarbeitung der Karosserie flüssige Lackreste ansammeln, die im Trockenofen auskochen und Blasen und unschöne Lackläufer nach außen drücken. Um dies zu verhindern, kommt das Dichtpad ins Spiel und wird zwischen Scharnier und Karosserie in diesem Hohlraum platziert. Der Lack kann so nicht mehr eindringen und sich ansammeln.

Das Dichtungsmaterial muss hierfür bestimmte Anforderungen erfüllen, u. a. eine gewisse Temperaturbeständigkeit (Ofentemperaturen bis ca. 200 °C ) sowie eine chemische Beständigkeit gegenüber dem Lack, aber auch gegenüber den Vorbehandlungsbädern, in denen die Karosserie gereinigt und entfettet wird. Zudem muss das Material über eine bestimmte statische Festigkeit verfügen, um den Vorspannkräften der Schrauben standzuhalten. Eine reine Elastomerdichtung oder einfache Gummidichtung lässt sich zu stark zusammendrücken und wäre von den mechanischen Eigenschaften her zu schwach für die hier einwirkenden Kräfte. Die Aramid-Verstärkung des novaform®-Materials gewährleistet die erforderliche Druckfestigkeit.

Die Formteile werden von Frenzelit nach den Spezifikationen von ISH gefertigt. Die Stanzteile für die Heckklappenscharniere müssen aufgeklebt werden, d.h. man beschichtet diese zusätzlich mit Kleber und liefert sie in Rollenform zu 5.000 oder 10.000 Stück aus. Bei den Seitentürscharnieren sind i.d.R. Bolzen befestigt, über die das Dichtpad geschoben werden muss. Dazu werden sternförmige Löcher in das
Formteil gestanzt – sternförmig deshalb, da die Zackenform das Herunterrutschen des Pads beim Transport der Scharniere verhindert. Geliefert werden diese nicht selbstklebenden Dichtpads in 100er- oder 500er-Bündeln.

Frenzelit ist seit Jahren Lieferant von Dichtungspads und setzt auf den Ausbau dieses Geschäftsfelds, da es sich um einen antriebsunabhängigen Aspekt beim Kfz handelt. Das Dichtungsmaterial kann hier zudem weitere Funktionen erfüllen, wie Abdichtung gegen eindringende Feuchtigkeit und Schmutz,
Korrosionsvermeidung, Reduzierung von Verschleiß oder auch eine Verbesserung der Akustik durch Geräuschreduzierung beim Auf- und Zuklappen der Türen. Aus diesem Grund hat das Unternehmen kürzlich in eine neue Rotations-Stanzanlage investiert, die noch effizienter und flexibler produzieren kann – ob als Schüttgut, auf der Rolle, geschuppt als Bündel, mit oder ohne Kleber. Zudem bietet Frenzelit die gesamte Wertschöpfungskette aus einer Hand – von der Faser bis zum Fertigteil – an.