Die Openair-Plasma-Technologie ermöglicht Oberflächenreinigung und -aktivierung ausschließlich mit Druckluft und elektrischer Energie (Bild: Plasmatreat GmbH)
24.02.2026 Haftung von Verbundwerkstoffen mit Plasmatechnologie
Auf der JEC World 2026 präsentiert die Plasmatreat GmbH ihre Anwendungen in der Luft- und Raumfahrt, im Automobilbau und weiteren Industrien, in denen faserverstärkte Kunststoffe und hybride Materialsysteme zunehmend eingesetzt werden. Das Unternehmen demonstriert, wie CFRP- und Thermoplast-Bauteile mit Plasma für nachfolgende Prozesse wie Kleben, Lackieren oder Abdichten vorbereitet werden.
Konventionelle Verfahren wie mechanisches Schleifen oder der Einsatz chemischer Primer stoßen bei großen oder geometrisch komplexen Bauteilen in der Luft- und Raumfahrt sowie in der Mobilitätsindustrie häufig an ihre Grenzen. Die Openair-Plasma-Technologie arbeitet unter Atmosphärendruckbedingungen und ermöglicht eine selektive, reproduzierbare Oberflächenreinigung und -aktivierung ausschließlich mit Druckluft und elektrischer Energie. Dabei werden organische Verunreinigungen entfernt und die Oberflächenenergie gezielt erhöht, ohne die grundsätzlichen Materialeigenschaften zu verändern. Eine neue Anwendung im Openair-Bereich ist HydroPlasma, bei der destilliertes Wasser in den Plasmastrahl eingebracht wird, um organische und anorganische Rückstände effektiv und zuverlässig zu entfernen, ohne die Materialoberfläche zu schädigen.
Auf dem Messestand demonstriert das Unternehmen die Openair-Behandlung live. Der Effekt der Plasmaaktivierung und die mit der Behandlung einhergehende erhöhte Benetzbarkeit wird mit verschiedenen Methoden sichtbar gemacht. Die Demonstrationen zeigen, wie sich Haftungsprozesse beim Kleben, Lackieren oder Abdichten auch bei komplexen Bauteilgeometrien stabilisieren lassen.
Ergänzend eignet sich die Niederdruckplasmatechnologie Aurora-Plasma für besonders gleichmäßige und vollflächige Behandlungen. In geschlossenen Vakuumkammern werden komplexe und großformatige Bauteile unter definierten Prozessbedingungen homogen gereinigt und aktiviert. Das Verfahren eignet sich insbesondere für strukturrelevante Komponenten, bei denen hohe Anforderungen an Reproduzierbarkeit, Prozessstabilität und Qualitätssicherung gestellt werden.
Mit der PlasmaPlus-Technologie lassen sich im Atmosphärendruck, aber auch im Niederdruck, nanodünne funktionale Schichten aufbringen, die beispielsweise als umweltfreundliche Haftvermittler eingesetzt werden können und eine Alternative zu konventionellen chemischen Primern darstellen.
Die Plasmaprozesse von Plasmatreat kommen ohne Lösungsmittel oder VOCs aus, erzeugen keinen gefährlichen Abfall und lassen sich in bestehende Produktionsumgebungen integrieren. Damit erfüllen sie zentrale Anforderungen der Industrie an Umweltverträglichkeit, Automatisierbarkeit und Prozessstabilität bei der Verarbeitung moderner Verbundwerkstoffe.
JEC World Hall5 5, Stand G65
