Flüssiglaminationstechnologie ohne Randverbund

Die neuen LOCA-Elemente mit Clear Edge verbinden zum ersten Mal die konstruktiven Vorteile der Flüssiglamination mit einer randlos transparenten Optik (Bild: H.B. Fuller | KÖMMERLING)

26.03.2021 Flüssiglaminationstechnologie ohne Randverbund

Eine neue Systemlösung für LOCA-Glaselemente mit Clear-Edge-Technologie von H.B. Fuller | KÖMMERLING –  gemeinsam mit der TTEC GmbH entwickelt – bietet ein hohes hohes Maß an Ästhetik, u.a.für Sicherheitsgläser in anspruchsvollen Architekturobjekten.

Bisher setzte die Flüssiglaminationstechnologie voraus, dass zwischen den Scheiben des Verbundglaselements eine Füllkammer hergestellt wird, indem die Glasränder mit Butylband oder Acrylat-Tape abgedichtet werden. Dieser Randverbund hält das flüssige Gießharz im Fertigungsprozess bis zum vollständigen Aushärten sicher im Scheibenzwischenraum. Allerdings sind die Scheibenkanten bei beiden Verfahren noch sichtbar, sodass sich keine durchgängig klaren Verglasungen ohne erkennbare Scheibenkanten realisieren lassen. Die neuen LOCA-Elemente mit Clear Edge verbinden nun zum ersten Mal die konstruktiven Vorteile der Flüssiglamination mit einer randlos transparenten Optik. Neben Anwendungen in der Baubranche setzt H.B. Fuller | KÖMMERLING seine Liquid Optical Clear Adhesives auch im Automotive-Bereich ein.

Die besonderen konstruktiven Eigenschaften der LOCA-Verbundgläser liefern eine ganze Reihe an Vorteilen. Im Gegensatz zu Folien, die ebenfalls als Zwischenschicht in Verbundgläsern genutzt werden, gehen Liquid Optical Clear Adhesives beim Aushärten eine chemische Bindung zur Oberfläche ein. Zusätzlich bildet das Material selbst einen dreidimensional vernetzten Verbund, der sich auch bei starken Temperaturschwankungen durch eine hohe strukturelle Stabilität auszeichnet und auch bei extremer Belastung nicht splittert. Gleichzeitig weisen die Verbundelemente ein deutlich niedrigeres Gewicht, eine geringere Paketstärke und eine bessere akustische Performance als herkömmliche Sicherheitsgläser auf. Aufgrund der passiven Aushärtung lassen sich außerdem sensible elektronische Bauteile wie LEDs oder Funktionsfolien sicher in die polymere Zwischenschicht der Verbundgläser einbetten. Diese hohe mechanische Stabilität vereint sich mithilfe der Clear-Edge-Technologie zu einer perfekten Optik. Zum einen sind Liquid Optical Clear Adhesives bei der Verarbeitung sehr niedrigviskos, passen sich vollständig jeder Oberfläche an und liefern dadurch per se schon ein optisch einwandfreies, langzeitbeständiges Ergebnis. Zum anderen bieten die neuen randverbundlosen Gläser nun eine Ästhetik, mit der durchgängig perfekt transparente Glasflächen realisiert werden können.  Die Formgebung des Glases selbst spielt bei der Clear-Edge-Technologie keine große Rolle. Prinzipiell sind auch dreidimensional geformte Gläser machbar. Die Prozessentwicklung ist ein wesentlicher Bestandteil bei LOCA. Gerade bei der Herstellung von LOCA-Produkten bedingen die speziellen Klebstoffe Sonderfertigungsverfahren, die es nicht von der Stange gibt.