Woher kommen die extremen  Unterschiede bei PTFE-Flachdichtungen?

(Bild: AdodeStock_ 3dts)

10.09.2020 Woher kommen die extremen Unterschiede bei PTFE-Flachdichtungen?

Besonderheiten und Vergleich verschiedener PTFE-Typen

von M. Sc. Florian Werner (TEADIT Deutschland GmbH)

PTFE ist heutzutage als chemisch extrem beständiges und reaktionsarmes Material nicht mehr aus der Dichtungswelt wegzudenken. Zu den Schattenseiten gehörten allerdings – besonders bei einfachen PTFE-Produkten – die niedrigen mechanischen Eigenschaften. Im Laufe der letzten Jahrzehnte haben verschiedene Hersteller das PTFE weiterentwickelt und unterschiedliche Typen wie virginales, strukturiertes und expandiertes PTFE erzeugt. Da lohnt es sich, die gängigsten PTFE-Flachdichtungen mit Blick auf die beste Dichtungsauswahl zu vergleichen.

Schon beim PTFE-Rohmaterial trifft die Aussage „PTFE ≠ PTFE“ zu, da es erhebliche Unterschiede gibt. Für strukturiertes und expandiertes PTFE wird ein wesentlich hochwertigeres PTFE benötigt als für das einfache virginale PTFE. Das hochwertige PTFE bringt mit den längeren Molekülen ein erheblich größeres Potenzial für höhere Festigkeit mit.

Virginale und geschälte PTFE-Platten

PTFE kann aufgrund des hohen Molekulargewichtes nicht wie andere Thermoplaste aus der Schmelze, sondern nur mittels Press- und Sintertechniken verarbeitet werden. Das Polymer wird bei Raumtemperatur zu einem Vorformling – i.d.R. in zylindrischer Form – verpresst. Hierbei wird das PTFE mit einem bestimmten Druck komprimiert. Teilweise werden beim Mischen unterschiedliche Füllstoffe, wie z.B. Glas oder Silikat, sowie Farbpigmente zugesetzt. Nach dem Pressen erfolgt ein definiertes Aufheizen mit Sinterung bei 370 bis 380  °C. Die Vorform fügt sich zu einem homogenen Gefüge zusammen. Nach dem vollständigen Abkühlen der Pressteile werden diese zumeist einer weiteren spanabhebenden Formgebung wie dem Schälen zu Platten bzw. dem Drehen, Bohren, Fräsen bei direkter Dichtungsherstellung unterzogen.