Verguss vom Schutzkonzept zur Funktionsintegration denken

Darstellung einer Leiterplatte (PCB) mit thermisch bedingten Schäden durch unzureichenden Verguss (Bild: dosmatix GmbH)

26.10.2026 Verguss vom Schutzkonzept zur Funktionsintegration denken

Warum Prozessflexibilität schon bei der Entwicklung beginnt

von Florian Retzlaff (dosmatix GmbH)

In vielen Entwicklungsprozessen wird Verguss erst spät oder gar nicht als Schutzmaßnahme berücksichtigt. Dabei übernimmt er in modernen Baugruppen mehrere Funktionen gleichzeitig, etwa hinsichtlich mechanischer Stabilisierung, thermischer Anbindung und elektrischer Isolation. Eine unzureichende Auslegung oder Applikation kann die Bauteilfunktion langfristig beeinträchtigen. Eine frühzeitige Integration im Entwicklungs- und Fertigungsprozess ist daher entscheidend für die Produktzuverlässigkeit.

Der typische Projektverlauf
Die Situation ist vertraut: Ein Produkt befindet sich kurz vor der Serienfreigabe. Funktion, Elektronik und Mechanik sind validiert, die Umweltprüfungen laufen stabil. Dann beginnt die Kostenoptimierung.

Der Verguss fällt dabei schnell auf. Materialkosten, Taktzeit, Reinigung, Handling – alles sichtbar. Der Nutzen des Vergusses wirkt indirekt – im Labor funktioniert das Produkt oft auch ohne ihn (Bild 1). Also wird reduziert, z.B. weniger Material. Vielleicht wird Verguss durch eine Dichtung ersetzt. Die ersten Muster bestehen die Prüfungen. Das Projekt geht in Serie. Monate später zeigen sich Feldrückläufer – nicht als Totalausfall, sondern als sporadische Fehler, wie z.B.:
• driftende Sensorwerte
• sporadische Kommunikationsabbrüche
• thermische Alterung einzelner Komponenten
• Korrosionserscheinungen nach Klimazyklus

Lösungspartner

dosmatix GmbH

Zielgruppen

Konstruktion & Entwicklung, Produktion & Fertigung, Qualitätssicherung, Einkauf