Never change a running system?

Simultananlage zur Dosierung komplexer Flüssigdichtungen (Bild: Kübler Dosiertechnik)

30.11.2017 Never change a running system?

Für den Einsatz von Flüssigdichtsystemen gibt es viele Argumente

von Hans Kübler (Kübler GmbH)

Aus der diesjährigen ISGATEC-Umfrage unter Anwendern, Herstellern und Lieferanten zu aktuellen Dichtungsthemen wird deutlich, dass statische Dichtungen von der Mehrheit der Befragten verwendet werden.

Hieraus resultiert dann die These, dass Flüssigdichtungen „immer noch zu wenig eingesetzt werden, da sich Anwender nicht ausreichend mit den Möglichkeiten beschäftigen und/oder der Technologie misstrauen“. Dies deckt sich mit unserer Einschätzung: Der Markt ist immer noch sehr unsicher beim Einsatz und den Möglichkeiten von Flüssigdichtungen. Ein ebenso wichtiges Thema in Bezug auf den Einsatz von Dichtsystemen ist die Konstruktionsauslegung der Teile. Es gibt eine Vielzahl an Möglichkeiten, die man pauschal anwenden kann. Allerdings haben heute viele Dichtungen andere Anforderungen und die richtige Auswahl von Dichtungstyp, Geometrie und Materialien ist für den mechanischen Konstrukteur oftmals nicht zu durchschauen.

Daher empfiehlt es sich, frühzeitig – und zwar bevor die Werkzeuge und Formen erstellt werden – mit den Spezialisten für Anlagen, Dienstleistungen und Materialherstellern zu sprechen. Wir verfügen mit unserem Dienstleister der Dostech GmbH über umfassende spezifische Kenntnisse über die Regeln und Normen, wie eine Dichtung funktionieren kann, sofern konstruktive und materialspezifische Anforderungen eingehalten werden. Grundsätzlich ist hierbei wichtig, das richtige Medium auszusuchen und eine gute Haftung zu gewährleisten, um die Toleranzen der Teile auszugleichen und um damit eine optimale Abdichtung zu erreichen. Bei dieser Herangehensweise haben Flüssigdichtungen (bei kurzen Entwicklungszyklen, besonders wenn in der Vorentwicklungsphase Änderungen notwendig werden) viele Vorteile. Ihr Auftrag erfolgt über CNC- oder Roboteranlagen – hierbei können einfach über die Software die entsprechenden Konturen eingeben werden, ebenso kann die Materialmenge proportional zur Verfahrgeschwindigkeit angepasst werden. Die Dichtungsgeometrie (Breite/Höhe) ist variabel wählbar, Toleranzen können durch Sensortechnik eliminiert werden. Der besondere Vorteil ist, dass man empirisch, also Stück für Stück, die Anforderungen optimieren kann. Auch beim Thema Software bieten wir Unterstützung mit unserer bedienerfreundlichen Software-Neuentwicklung.Hier sind alle Dosier- und Materialdaten in einer Datenbank hinterlegt und können einfach mit verschiedenen Dosierpumpen, Nadeldurchmessern, Dosierdrücken und anderen Parametern abgerufen werden. Diese Funktionen erleichtern dem Dosiertechniker seine Entscheidungsfindung erheblich.

Hans Kübler, Geschäftsführer, Kübler Dosiertechnik
„Bei Flüssigdichtungen werden bereits in der 0-Serie sehr gute Ergebnisse erzielt, die für die spätere Serienfertigung aussagefähig sind. Dies widerspricht der gängigen Meinung, dass Flüssigdichtungen erst bei großen Stückzahlen für automatisierte Prozesse Verwendung finden sollten.“ Hans Kübler, Geschäftsführer, Kübler Dosiertechnik