„Mit kundenspezifischen Dichtungen kann man auch Geld verdienen“

Neue Möglichkeiten bei der Angebots- und Auftragsabwicklung (Bild: Fluggz)

03.06.2019 „Mit kundenspezifischen Dichtungen kann man auch Geld verdienen“

Neue Software-as-a-Service (SaaS) optimiert die Angebots- und Auftragsabwicklung

von René de Beer (Fluggz bv)

Wer spezielle Flachdichtungen benötigt, kennt das Problem: Beschaffungsaufwand und -kosten sind höher als der Gesamtwert. Für Hersteller ist das Problem noch größer, denn für einen i.d.R. geringen Umsatz müssen diese Dichtungen extra angefertigt werden. „Unsere SaaS-Lösung setzt genau an diesem Problem an“, erläuterte René de Beer, CEO und Gründer von Fluggz, im Gespräch.

Was muss man sich unter diesem Tool für Dichtungshersteller vorstellen?
De Beer: Unsere SaaS-Lösung, die über Rechner und mobile Endgeräte genutzt werden kann, wendet sich in der ersten Version speziell an Hersteller, die Dichtungen aus Plattenware schneiden. Die Software besteht aus einem Konfigurator, mit dem der Endkunde eines Dichtungsherstellers seine Dichtungen selbst zeichnet und diese damit sofort digitalisiert. Auf der Grundlage technischer Eigenschaften und Filteroptionen wählt er ein Material des Dichtungsherstellers aus der Datenbank aus. Nachdem er das Produkt konfiguriert und die benötigte Menge angegeben hat, sieht er sofort den Preis der Bestellung und kann diese ordern. Dieser gesamte Vorgang dauert weniger als eine Minute. Und das ist das Kernanliegen dieses Ansatzes. Wir wollen den Aufwand bei der Bestellung und Herstellung von kundenspezifischen Dichtungen auf Null senken.

Null ist ja eher ein theoretischer Wert, oder?
De Beer: Natürlich, in der Praxis ist er nicht realistisch. Er gibt aber die Richtung vor, jeden bei der Beschaffung erforderlichen Schritt zu vereinfachen oder vorzugsweise vollständig zu automatisieren. An der Nähe zur Null wollen wir uns messen lassen.

Lohnt sich eine solche Software, wie groß ist die Problematik für Dichtungshersteller?
De Beer: Groß, unserer Einschätzung nach sind 80 % der kundenspezifischen Aufträge Verlustbringer. Nach unserer Erfahrung hat der Großteil solcher Aufträge einen Umsatz von weniger als 300 €. Dazu kommt, dass bei kundenspezifischen Artikeln jede Anfrage neu kalkuliert werden muss. Durchschnittlich benötigt ein Hersteller dazu anderthalb bis zweieinhalb Stunden für das Kalkulieren, Anbieten, Abstimmen, Digitalisieren und die normale Auftragsbearbeitung, wie das Versenden von Auftragsbestätigungen und Rechnungen.

René de Beer, CEO und Gründer von Fluggz
Wir gehen davon aus, dass Aufträge unter 300 € grundsätzlich Verlustbringer sind. Bei kundenspezifischen Dichtungen betrifft das allerdings rund 80 % der Aufträge. Unser Ansatz verändert das. René de Beer, CEO und Gründer von Fluggz