Kein Hexenwerk

(Bild: W. KÖPP GmbH & Co. KG)

19.09.2016 Kein Hexenwerk

Schwefelfreies EPDM löst Dichtungsprobleme bei modernen LED-Scheinwerfern

von Dipl.-Ing. Axel Wynands (W. Köpp GmbH & Co. KG)

Seit Jahrzehnten ist geschäumtes EPDM dank seines guten Rückstellverhaltens ein beliebtes Dichtungsmaterial im Automobilbereich. Als solches wird es dort z.B. gerne in Scheinwerfern oder Lampen eingesetzt. Die Entwicklungen neuer Lampentechnik am Automobil schreiten schnell voran – der Wandel vom üblichen Halogen-Scheinwerfer über Xenon-Strahler bis hin zur aktuellen LED-Technik ist für alle auf den Straßen deutlich zu erkennen. Doch neue Anforderungen an die Leuchtmittel bedeuten auch neue Herausforderungen für die entsprechenden Dichtungen.

LED-Scheinwerfer sind derzeit State of the Art, gelten sie doch als besonders energiesparend, langlebig und ausfallsicher. Umso wichtiger ist es, dass die LED-Elektronik zuverlässig funktioniert und keinerlei Wechselwirkung zwischen Schaltkreis und Dichtungsmaterial entsteht. Hier besteht Handlungsbedarf, die Dichtungstechnik im LED_Bereich zu überdenken. Denn diese Technik beruht auf dem Einsatz von Platinen, deren Lot häufig Silber enthält. Hier kann es zur chemischen Reaktion zwischen dem Schwefel aus der Dichtung und dem Silber aus dem Lot kommen, denn alle mit Silber aufgebauten Lote tendieren zum Reagieren mit Schwefel. Damit kann es zu Kontaktschwierigkeiten und schlimmstenfalls zum Ausfall des Leuchtmittels kommen. Bei den bisherigen konventionellen schwefelvulkanisierten Dichtungssystemen für normale Bilux-Birnen und ungelöteten Fassungen war dies unkritisch. Im LED-Bereich ist die Empfindlichkeit jedoch ungleich höher und der zuverlässige Einsatz schwefelvernetzter Materialien fraglich.