Hohes Potenzial, aber keine eierlegende Wollmilchsau

Kleinserie: Gehäuse SLA Urmodell und Vakuumguss (Bild: 4D Concepts GmbH)

18.09.2017 Hohes Potenzial, aber keine eierlegende Wollmilchsau

3D-Drucktechnologien – Stand der Technik, Verfahren, Möglichkeiten und Grenzen

von Dipl.-Ing. (FH) Peter Volz (4D Concepts GmbH)

Der 3D-Druck, im professionellen Umfeld als additive Fertigung bezeichnet, ist in aller Munde. Es vergeht kein Tag, an dem nicht über neue atemberaubende Anwendungen und Möglichkeiten berichtet wird. Quer durch alle Branchen wird z.B von der Fertigung menschlicher Organe, von Waffen und Lebensmitteln über den 3D-Druck ganzer Automobile oder ganzer Häuser berichtet – bis zur nächsten industriellen Revolution in der Fertigung. Bei aller Euphorie und mit langjähriger Erfahrung lohnt sich ein etwas differenzierterer Blick auf die unterschiedlichen 3D-Druckverfahren, deren Möglichkeiten, aber auch den Grenzen und Limitierungen.

1987 kam unter dem Oberbegriff Rapid Prototyping der erste 3D-Drucker in den USA auf den Markt, ein Stereolithographiesystem von 3D Systems. Heute ist eine Vielzahl unterschiedlicher Verfahren mit ganz unterschiedlichen Möglichkeiten, Qualitäten, Know-how-Voraussetzungen und Kosten verfügbar. So gibt es kostengünstige 3D-Drucker, konzipiert für den Heimanwender, die natürlich in ihren Möglichkeiten nicht im Ansatz an professionelle, industrielle Systeme heranreichen. Aber auch unter den professionellen 3D-Druckersystemen gibt es ganz unterschiedliche Verfahren. So liegt heute die erste Herausforderung in der anforderungsbezogenen Technologieauswahl, um mit dem am besten geeigneten professionellen 3DDruckverfahren den maximalen Nutzen aus dem Einsatz des 3D-Drucks zu erzielen – eine „eierlegende Wollmilchsau“ gibt es auch bei 3D-Druckern nicht. Dies zeigt auch die Technologiebreite im Hause 4D Concepts – fünf unterschiedliche additive Verfahren werden für die Herstellung von Modellen, Prototypen und Kleinserien eingesetzt.