EPDM-Dichtungen rückstandsfrei  schmieren

Die neue Montagepaste hinterlässt nach dem Reinigungsvorgang keine Rückstände am O-Ring Bild: Chemie-Technik GmbH)

31.10.2017 EPDM-Dichtungen rückstandsfrei schmieren

Im Fokus: Die Lebensmittelverarbeitung

von Tobias Blaurock (Chemie-Technik GmbH)

Bei der Montage von Maschinen werden in vielen Fällen O-Ringe aus EPDM (Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk) eingesetzt. Um die Dichtungen in der Nut zu fixieren und um eine verdrehfreie Montage zu gewährleisten, werden sie mit Montagefetten geschmiert, an die zahlreiche Anforderungen gestellt sind: So müssen sich die Montagefette bei der Reinigung und Sterilisation der Anlage möglichst vollständig entfernen lassen. Hier werden i.d.R. Silikonfette eingesetzt, da sie sehr gut mit EPDM verträglich sind. Ihr Nachteil liegt jedoch darin, dass sie sich bei der Reinigung fast nicht von der Oberfläche entfernen lassen. Zusammen mit einem Anlagenbauer wurde deshalb ein Montagefett entwickelt, das allen Anforderungen gerecht wird.

Täglich wandern Millionen Flaschen, Dosen und Formbehälter durch Anlagen der Krones AG, einem führenden Anlagenbauer für Prozess-, Abfüll- und Verpackungstechnik (Bild 1) im Getränke- und Lebensmittelbereich. Bier, Softdrinks, Weine, Sekte und Spirituosen werden mit diesen Anlagen abgefüllt, Produkte der Nahrungs- und Genussmittelindustrie und der chemischen, pharmazeutischen und kosmetischen Industrie verarbeitet.

Das sind genau die Branchen, in denen Verunreinigungen unbedingt vermieden werden müssen. Hier ist der Einsatz H1-zertifizierter Schmierstoffe nötig. Diese Schmierstoffe erfüllen höchste Anforderungen hinsichtlich Zusammensetzung, Aussehen, Geruch oder Toxizität. Damit ein Schmierstoff das H1-Zertifikat erhält, muss seine Rezeptur bei der US-amerikanischen Organisation NSF International eingereicht und von dieser für den Einsatz im Lebensmittelbereich zugelassen werden. Nur der Einsatz H1-zertifizierter Schmierstoffe stellt sicher, dass es bei einem gelegentlichen, unvermeidlichen Kontakt von Schmierstoff und Lebensmittel nicht zu einer Gefährdung des Verbrauchers kommt.