Die Synthese entscheidet

(Bild: FST)

28.11.2016 Die Synthese entscheidet

Höchstleistungsdichtungen für Windkraftanlagen

von Michael Littig (Freudenberg Sealing Technologies GmbH & Co. KG)

Unsere Energieversorgung ist ohne Windkraft kaum noch denkbar. Allerdings stellen diese Anlagen, die immer größer werden und rauen Einsatzbedingungen ausgesetzt sind, hohe Anforderungen an die Dichtungstechnik. Erst die Synthese aller Kompetenzen – unter Einbeziehung der Anwender – liefert die richtigen Lösungen für die Praxis.

Windkraftanlagen – vor allem offshore – sind extremen Belastungen ausgesetzt. Temperaturschwankungen, starker Wind und Niederschläge stellen hohe Anforderungen an sämtliche Bauteile. Gleichzeitig soll die Forderung nach einer möglichst langen Lebensdauer ohne Serviceunterbrechungen erfüllt werden. Eine große Herausforderung, insbesondere für die Dichtungen des Hauptlagers der Rotorwelle, die – allein aufgrund ihrer Größe und des schwierigen Zugangs in luftiger Höhe – nur schwer austauschbar sind. Für den langlebigen und sicheren Einsatz unter diesen Bedingungen wurden deshalb Dichtungskonzepte für fett- oder ölgeschmierte Hauptlager entwickelt.

Passende Dichtungslösungen – auch wenn es mal eng wird
Abgestimmt auf die spezifischen Anforderungen der jeweiligen Windkraftanlage, insbesondere auch im Hinblick auf den zur Verfügung stehenden Einbauraum, bestehen die einzelnen Dichtungslösungen von Freudenberg Sealing Technologies aus einer oder mehreren Dichtungskomponenten. Die neueste Entwicklung für den herausforderndsten Bereich, die Abdichtung des Hauptlagers, ist die Einzeldichtung Merkel Radiamatic R 55. Es ist ein Wellendichtring für große Durchmesser bis zu 3,5 m zur Abdichtung fettgeschmierter Lager. Er basiert auf dem Typ R 35, der sich bereits seit zwanzig Jahren im Einsatz bewährt hat. Die
Weiterentwicklung R 55 ist zusätzlich mit einer integrierten, funktional entkoppelten Abweiserlippe ausgestattet und somit für kompakte Einbauräume geeignet.  Die ergänzende Abweiserlippe schützt vor Umwelteinflüssen und Verunreinigungen und sorgt dafür, dass die eigentliche Dichtlippe des Radialwellendichtrings ungestört die primäre Dichtfunktion übernehmen kann: den wirkungsvollen Schutz gegen Austritt von Schmiermittel aus dem Bereich des Hauptlagers über viele Jahre Betriebsdauer. Technische Besonderheit dieser Neuentwicklung ist die geringe Wechselwirkung von Dicht- und Abstreiferlippe, selbst bei außermittigem Lauf der Welle von bis zu ± 1,6 mm. Damit liegen die Vorteile auf der Hand: verlässliche Dichtfunktion und Verzicht auf den Einsatz und somit den Bauraum für eine zweite Dichtung, die üblicherweise die Primärdichtung und das Hauptlager vor Verunreinigungen schützt.