Die optimale Elastomerdichtung

Thermische Zersetzung einer Dichtung (Bild: C. Otto Gehrckens GmbH & Co. KG)

01.11.2018 Die optimale Elastomerdichtung

Leitfaden zur Werkstoffauswahl

von Dipl.-Ing. (FH) Michael Krüger (C. Otto Gehrckens GmbH & Co. KG)

An die Antriebstechnik werden hinsichtlich Effizienz, Dichtheit und Zuverlässigkeit hohe Ansprüche gestellt. Das betrifft auch die hier eingesetzten Dichtungen. Anwender stehen allerdings bei der Auswahl von geeigneten Elastomer-Dichtungswerkstoffen häufig vor dem Problem, aus einem teilweise sehr umfangreichen Produktportfolio bei einer Vielzahl von Lieferanten den für die jeweilige Anwendung geeigneten Dichtungswerkstoff herauszufinden. Neben verschiedenen Elastomer-Typen, wie z.B. NBR, EPDM oder FKM, gibt es unterschiedliche Härten (wie z. B. 70 Shore A oder 90 Shore A), unterschiedliche Farben oder Merkmale, wie z.B. Eignung für Lebensmittelkontakt oder Medien-Beständigkeiten. Nicht immer ist sofort ersichtlich, dass der eingesetzte Dichtungswerkstoff für die Anwendung nicht geeignet ist, denn nicht selten tritt die Undichtigkeit schleichend auf. Eine systematische Vorgehensweise hilft Anwendern, den optimalen Werkstoff für die spezielle Anwendung zu finden.

Bei der Werkstoff-Auswahl einer Elastormerdichtungn sind verschiedene Parameter von Bedeutung:

  • Dichtungswerkstoff bzw. Elastomertyp,
  • Einsatztemperatur,
  • Medienkontakt,
  • mechanische Eigenschaften,
  • Freigaben/Zulassungen,
  • Einbauräume.

Dichtungswerkstoffe

Tabelle 1 zeigt typische Elastomer-Werkstoffe, die für Dichtungsaufgaben Verwendung finden. Aufgeführt sind neben der Kurzbezeichnung nach DIN ISO 1629 auch die chemische Bezeichnung dieses Werkstoffs und einige typische Handelsbezeichnungen. Anzumerken ist, dass ein Dichtungswerkstoff nicht nur aus dem Basis-Elastomer oder – genauer gesagt – Kautschuk besteht. Darüber hinaus besteht ein Werkstoff auch noch aus diversen zusätzlichen Mischungsbestandteilen, wie z.B. Füllstoffen, Verarbeitungshilfsstoffen, Weichmachern sowie Vernetzern, um nur einige zu nennen (Tabelle 2). Der Kaut­schuk ist der bestimmende Parameter, wenn es um die Anwendung als Dichtungswerkstoff geht, aber auch die übrigen Mischungsbestandteile können einen nicht zu unterschätzenden Einfluss in der Anwendung haben.