Dichtungsstandzeiten verlängern

Modularer Entlüfterbaukasten für die konstante Be- und Entlüftung (Aggregate im Antriebsstrang) sowie die Notentlüftung (Batterysysteme) (Bild: KACO GmbH + Co. KG)

05.03.2021 Dichtungsstandzeiten verlängern

Ansätze, Konzepte und Beispiele aus verschiedenen Branchen

von Andreas Genesius (KACO GmbH + Co. KG)

Für die OEMs sind Fahrzeug-Lebensdauerstandzeiten auf Komponentenebene selbstverständlich. Somit sind diese im Anforderungsprofil bezüglich Performance (d.h. möglichst niedrige Reibungsverluste bei optimaler Dichtfunktion), Lebensdauerhaltbarkeit und Wirtschaftlichkeit ein Dauerthema und stehen dadurch stetig auf unserer Agenda

Vor allem in Bezug auf die Geschwindigkeit wird Neuland betreten und dadurch ändern sich die Herausforderungen für uns als Experten für Dichtungssysteme.

Hier ist die schnell wachsende Elektromobilität immer noch Thema Nummer 1, wenn es um Veränderungen sowie Anforderungen geht. In Bezug auf die Lebensdauer ist z.B. der Schutz der Lagerung zu nennen. Ungewollte Spannungsabflüsse induzierter Spannungen können die metallischen Kugellager sehr schnell schädigen und zum Ausfall bringen. Hier ist es z.B. gelungen, eine Lösung zur Wellenerdung innerhalb kürzester Zeit auf den Markt zu bringen. Ein anderes Beispiel sind die im Bereich der Elektromobilität vermehrt zum Einsatz kommenden neu entwickelten Öle für Hochgeschwindigkeitsanwendungen, die gegenüber den bisher in der Verbrennertechnologie eingesetzten Ölen deutlich aggressiver sind. Dadurch beschleunigen sich teilweise Alterungsvorgänge der Elastomere, was zu Lasten der Standzeit der Dichtungen geht. Insgesamt entstehen durch die seit einiger Zeit flächendeckende Ausrollung der Elektromobilität neue Herausforderungen bei dynamischen Dichtungslösungen der Highspeed-Elektro-Antriebsstränge. Das bedeutet, dass die Anforderungen in Bezug auf Ölverträglichkeit und die hohen Relativgeschwindigkeiten angestiegen sind. Ein zusätzlicher Parameter der derzeit – ebenfalls in Zusammenarbeit mit den Kunden – intensiv erforscht wird, ist die Beölungssituation in den neuen Antriebssträngen unter realen Fahrbedingungen sowie die Erforschung der dazugehörigen Lastkollektive und Prüfstandsbedingungen für die Komponentenerprobung. Dies sind nur einige Beispiele, die zeigen, dass es heute quer durch alle Branchen darauf ankommt, immer kurzfristiger für neue Anforderungen Lösungen zu entwickeln. Wir haben unser Unternehmen deshalb über alle Stufen konsequent an diesen Anforderungen ausgerichtet. Im Zuge einer konsequenten Produktgenerationenplanung wurden über alle Produktgruppen hinweg Entwicklungsziele festgelegt, um neue Generationen mit spezifischen Verbesserungen anzubieten. Für die kundenbezogene Applikationsentwicklung ist bei uns zudem die Grundlagenforschung fester Bestandteil.

Andreas Genesius,  Vice President Engineering, KACO GmbH + Co. KG
"Wir kombinieren neuartige und bewährte Designkonzepte mit Materialkompetenz zu Lösungen, die unter dem Aspekt „Total Cost of Ownership over Lifetime“ den jeweiligen Anforderungen gerecht werden.“ Andreas Genesius, Vice President Engineering, KACO GmbH + Co. KG