Dichten und Denken

Prüfstand für Kolbendichtungen (Bild: Trelleborg Sealing Solutions Germany GmbH)

14.03.2016 Dichten und Denken

Herausforderungen an das tribologische System von dynamischen Dichtungen bei schwer entflammbaren Druckfluiden vom Typ HFC

von Dr.-Ing. Mandy Wilke (Trelleborg Sealing Solution GmbH), Dipl.-Ing. Holger Jordan (Trelleborg Sealing Solution GmbH)

Speziell bei Offshore-Anwendungen geht es häufig um Einsatzbedingungen, die eine erhöhte Dynamik aufweisen (Kompensationszylinder). Durch lange Hübe wird in der Folge das verwendete Dichtsystem in Bezug auf einen möglichen Verschleiß stärker beansprucht. Hier als Druckflüssigkeit eingesetzte HFCFluide bringen bewährte Dichtsysteme hinsichtlich des Designs und der Werkstoffe an Belastungsgrenzen, die in der Öl-Hydraulik deutlich höher liegen, vgl. [1, 2, 3]. Eine Versuchsreihe zeigte neue Optionen auf.

Um die Einflüsse und ihre Auswirkungen auf Dichtsysteme zu untersuchen, wurde eine Versuchsreihe durchgeführt, die die Unterschiede im Verhalten der Dichtungswerkstoffe bei Einsatz mit unterschiedlichen Druckmedien nach gleicher Spezifikation in Bezug auf Reib- und Verschleißverhalten aufzeigt und auch mögliche Leckagen berücksichtigt. Dabei wurden sowohl Stangendichtungen als auch Kolbendichtungen betrachtet.

Die Eigenschaften der HFC-Fluide
Unter Hydraulik-Druckflüssigkeiten sind HFCFluide eine Klasse, die aufgrund ihrer Zusammensetzung aus Wasser und Glykol eine deutlich höhere Zündtemperatur aufweist. Somit sind diese Fluide für Anwendungen mit erhöhter Brandgefahr geeignet oder gar vorgeschrieben. HFC-Fluide haben einen Wasseranteil von ca. 35 bis 50% und verändern entsprechend ihre tribologischen Eigenschaften. Der Wasseranteil bewirkt auch eine verbesserte Umweltverträglichkeit. Zum Einsatz kommen die HFC-Fluide bei Temperaturen von 20 °C bis 60 °C in Anwendungen wie z.B. im Bereich Offshore sowie in der Öl- und Gasindustrie.