„Den Prozess dem Klebstoff anzupassen, sollte kein Thema sein.“

18.09.2017 „Den Prozess dem Klebstoff anzupassen, sollte kein Thema sein.“

Ein Klebstoffnavigator liefert Grundlagen für qualifizierte Lösungsgespräche

von Andreas Reisenzahn (Substratec)

Die Auswahl des richtigen Klebstoffes ist heute angesichts der Fülle der Rahmenbedingungen nicht trivial. Ein herstellerneutraler Online-Klebstoffnavigator soll den Anwendern wertvolle Zeit sparen und den Dialog zu den jeweils richtigen Anbietern herstellen. Über den aktuellen Stand, erste Erfahrungen, Perspektiven und Grenzen unterhielt sich DICHT! mit Andreas Reisenzahn, Inhaber von Substratec – dem Klebstoffnavigator.

Es gibt heute zahlreiche Unterlagen und Tools zur Auswahl eines Klebstoffes. Wozu braucht man noch einen Klebstoffnavigator?
In erster Linie, um schnell und effizient in die Fachgespräche einzusteigen, die zu einer Lösung führen. Die wenigsten haben heute Zeit für umfangreiche Vorfeldrecherchen. Und der Aufwand der klassischen Methode wird zunehmen. Denn eine moderne Welt ist ohne Klebstoffe nicht mehr vorstellbar und die Suche nach dem richtigen Fügeverfahren wird immer komplexer. Angesichts immer speziellerer Anforderungsprofile wird hier die Klebstoffrecherche nicht selten zur Tortur. In Zeiten von immer undurchsichtigeren Produktwelten und einem Überangebot an Verklebungssystemen sind Projektverantwortliche und Verarbeiter nicht selten überfordert und verunsichert. Eine Vielzahl technischer Daten unterschiedlichster Klebstoffe gilt es hier zu kanalisieren und zu evaluieren. Zu komplexe Findungsprozesse in Kombination mit dem üblichen Projektdruck führen dann zu Fehleinschätzungen und -entscheidungen. Hohe Ausfallraten in internen und externen Belastungstests können danach die fatale Konsequenz sein. Die Vorauswahl von relevanten Fügeverfahren und Klebstoffen kostet  inzwischen sehr viel Zeit, bindet hochqualifizierte Mitarbeiter und generiert somit einen nicht unerheblichen Kostenblock. Hier setzen wir an, denn die Entwicklung geht ja weiter. Die Realisierung neuer Produktideen basieren zunehmend auf intelligenten Werkstoffverbunden. Die Kombination aus multifunktionalen, hybriden Materialien bildet hier oftmals die Basis. Technisch lassen sich schon viele neuartige Bauteilzusammensetzungen realisieren. Industrieunternehmen haben klare Vorstellungen, was eine Verklebung im Projekt leisten muss. Hersteller moderner Verklebungstechnologien müssen sich ständig dieser Herausforderung stellen. Die richtige Auswahl von Fügepartnern ist hier ebenso zu berücksichtigen wie die Belastbarkeit des Klebstoffes selbst sowie unterschiedlichste Prozess- und Umgebungsparameter.

Andreas Reisenzahn
„Die Qualität der Kontakte zwischen User und Anbieter wird immer wichtiger als die Quantität sein – auch wenn die Onlinewelt gerne in hohen User- und PI-Werten rechnet.“ Andreas Reisenzahn