2K-Wicking – chemischer Prozess statt Ofen

Statorimprägnierung mit dem 2K- Wicking-Verfahren (Bild: bdtronic GmbH)

26.10.2026 2K-Wicking – chemischer Prozess statt Ofen

Wie ein neuartiger 2K-Imprägnierprozess Energieverbrauch, Zykluszeit und Investitionskosten in der Statorimprägnierung reduziert

von Dipl.-Ing. (FH) Florian Schütz (bdtronic GmbH)

Elektromotoren stehen im Zentrum der globalen Mobilitätswende. Die Nachfrage nach leistungsfähigen, zuverlässigen E-Motoren wächst kontinuierlich [1] und auch der Druck auf Hersteller, ihre Fertigungsprozesse effizienter und nachhaltiger zu gestalten, nimmt zu. Ein Fertigungsschritt, der dabei bislang zu wenig Aufmerksamkeit erhält, ist die Statorimprägnierung. Diese zählt zu den energieintensivsten Prozessen in der E-Motoren-Fertigung und bietet erhebliche Optimierungspotenziale.

Die Statorimprägnierung ist weit mehr als ein optionaler Fertigungsschritt. Sie ist eine funktionskritische Voraussetzung für die Zuverlässigkeit und Lebensdauer jedes Elektromotors. Das eingebrachte Kunstharz übernimmt dabei gleich mehrere Schutzfunktionen:

  • Elektrische Isolation – das Harz verhindert Spannungsdurchschläge zwischen den Wicklungen. Mit zunehmender Verbreitung von 800-V-Bordnetzen in der Elektromobilität gewinnt dieser Aspekt weiter an Bedeutung.
  • Mechanische Stabilisierung – das ausgehärtete Harz fixiert die Leiter dauerhaft und verhindert mechanischen Verschleiß durch Relativbewegungen.
  • Umgebungsschutz – die versiegelte Wicklung ist wirksam gegen Feuchtigkeit, Salz und aggressive Betriebsmedien geschützt, eine Grundvoraussetzung für den robusten Fahrzeugeinsatz.
  • Thermisches Management – das Harz schließt Lufteinschlüsse zwischen den Leitern und verbessert so die Wärmeableitung vom Kupfer im Statorkern.

Lösungspartner

bdtronic GmbH

Zielgruppen

Einkauf, Konstruktion & Entwicklung, Produktion & Fertigung, Qualitätssicherung